Rtaingen: Werbegemeinschaft „Wir in Hösel“ kritisiert Terminüberschneidung am 1. Advent.

Ratingen : Adventsleuchten wirft Schatten

Werbegemeinschaft „Wir in Hösel“ kritisiert Terminüberschneidung am 1. Advent.

Die Kaufmannschaft in Hösel beklagt sich, dass die Stadt zeitgleich zum Nikolausmarkt ebenfalls eine Veranstaltung mit verkaufsoffenem Sonntag plant. In einem offenen Brief an die Stadtverwaltung (“Liebe Stadt Ratingen“) kritisiert die Werbegemeinschaft „Wir in Hösel“ diese Überschneidung, obwohl man der Verwaltung bereits im Dezember 2918 den Termin für den Nikolausmarkt (29. November bis 1. Dezember 2019) mitgeteilt habe: Damals habe man zu hören bekommen, dass von der Stadt an diesem Termin zu diesem Zeitpunkt nichts geplant sei beziehungsweise, wenn überhaupt, irgendetwas „Kleines“.

Nun aber werde am Sonntag, 1. Dezember, 13 bis 19 Uhr, das Ratinger Adventsleuchten (RP berichtete) veranstaltet. Händler und Vereine, die den vom Start weg sehr beliebten Nikolausmarkt am Hösel-Center stemmen, fürchten, dass weniger Dumeklemmer den Weg zu ihnen finden könnten, so Vorsitzende Andrea Palm.

Die Stadt habe offenbar beschlossen, „uns zumindest einen Teil der Besucher aus Ratingen zu ersparen, nämlich jene, die am Sonntag gekommen wären“, heißt es in dem Schreiben von „Wir in Hösel“. Und so starte nun am Haupttag des Höseler Nikolausmarktes, dem 1. Advent, das „Ratinger Adventsleuchten“. Hierbei handele es sich ganz offensichtlich nicht um „etwas Kleines, sondern um eine Großveranstaltung“. Sie wrde von den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Ratingen Marketing Gesellschaft (RMG) „liebevoll organisiert und größtenteils auch finanziert“. Sie werde sogar mit einer 32-seitigen Zeitschrift beworben, „die sicherlich in einer Auflage von vielen tausend Exemplaren dafür sorgen wird, dass an diesem Sonntag garantiert kein Ratinger auf die Idee kommt, den Höseler Nikolausmarkt zu besuchen. Wir in Hösel bedanken uns sehr herzlich für diese Fürsorge“.

 Andrea Palm von „Wir in Hösel“ weiter: „Liebe Stadt Ratingen, wir danken Dir auch für die liebevolle Erwähnung unseres Nikolausmarktes in dieser Zeitschrift.“ Tatsächlich ist auf Seite 28 der Adventsleuchten-Broschüre  unter „weitere Möglichkeiten für stressfreies Einkaufen“ neben den „Lintorfer Lichtern“ (21. November, 18 bis 21 Uhr) auch der Höseler Nikolausmarkt erwähnt.

Vom Offenen Brief erfuhr die RMG erst durch die RP-Anfrage und zeigte sich verwundert. In einem zweiseitigen Antwortschreiben an Andrea Palm, das uns ebenfalls vorliegt, verwies man unter anderem auf die beiden gemeinsamen Sitzungen der Ratinger Werbegemeinschaften, bei denen die RMG ausführlich über das „Adventsleuchten“ informiert habe. Auch über die Terminüberschneidung mit dem Nikolausmarkt sei gesprochen worden. Man sei „gemeinsam“ zu dem Ergebnis gekommen sind, „dass die beiden Veranstaltungen sich gegenseitig befruchten können und auch aufgrund unterschiedlicher Zielgruppen, nicht in Konkurrenz miteinander stünden“. Für die Innenstadt-Händler sei der verkaufsoffenen Sonntag (VoS) enorm wichtig, weil in den vergangenen Jahren aus rechtlichen Gründen keiner stattfinden konnte. Bekanntlich hat die Gewerkschaft Verdi ein besonders scharfes Auge auf diese Veranstaltungen: Sie müssen nachgewiesenermaßen mehr Besucher anlocken als die offenen Geschäfte.

Doch das „Adventsleuchten“ wirft auch andere Schatten: Um mit dem Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung in der City einen weiteren Anlass zum VoS zu haben, wurde der Knopfdruck auf den ersten Advent gelegt – bislang wurde sie in den Straßen zum Start des Weihnachtsmarktes eingeschaltet. Nun bleibt es also zehn Tage rund um den Weihnachtsmarkt dunkel. Die Leuchten hängen bereits. In der Kaufmannschaft, diesmal in der City, rumore es bereits, wie zu hören ist.

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