TuS Lintorf II empfängt Samstag den TV Ratingen II in der Landesliga

Handball : Besonderes Derby der Handball-Herzstücke

Am Samstagabend spielen in der Senioren-Landesliga Lintorfer und Ratinger Handballtalente gegeneinander, die tags darauf ein Team in der A-Jugend-Regionalliga bilden. Das ist auch für Trainer Ralf Trimborn nicht alltäglich, sein Gegenüber Stefan Oberwinster setzt auf Emotionen im Derby.

Ein Derby ist ohnehin etwas Besonderes, im Falle des Duells zwischen dem TuS 08 Lintorf II und dem TV Ratingen II in der Handball-Landesliga am Samstag (20 Uhr, Breitscheider Weg) kommt aber noch eine interessante Komponente hinzu: Auf beiden Seiten sind Akteure dabei, sie sonst in einer Mannschaft spielen und sich nun gegenüberstehen. Denn in der A-Jugend haben beide Vereine eine Kooperation, und so sind einige Handball-Talente am Samstagabend in der Herren-Landesliga Gegner und am nächsten Abend wieder Mitspieler, wenn sie in der Jugend-Regionalliga ab 18 Uhr die HSG Bergische Panther empfangen.

Das ist auch für Ralf Trimborn nicht alltäglich. „Da stehen am Samstag dann vier von meinen Jungs auf der anderen Seite“, sagt der 53-Jährige, der die Lintorfer Reserve und die Ratinger A-Jugend trainiert. Namentlich sind es Max Zeidler im Tor, Tim Schoppe, Sam Moore und Silas Müskens, die für die Ratinger Reserve auflaufen können. Im Lintorfer Kader sind es Moritz Schaller, Jan Fassbender, Jost Scholl, Ben Kleinrahm, Leon und Robin Pape sowie Thierry Greday. „Da wird es einige direkte Duelle geben“, sagt Trimborn, der aber den nächsten Tag im Blick behalten muss: „Wir müssen darauf achten, das richtig zu dosieren, damit nicht am Sonntag alle platt sind“, sagt er.

Thierry Greday könnte für die Lintorfer Reserve auflaufen. Foto: Roger Greday/TVR

Das gilt natürlich auch für sein Gegenüber. „Das ist ein Vabanque-Spiel“, sagt Stefan Oberwinster, der seit Juni die Ratinger Reserve trainiert. „Auf der einen Seite geht es um die Jugend-Regionalliga, auf der anderen aber auch um die Herren-Landesliga. Denn die musst du schon halten für die Entwicklung der Jugendlichen“, sagt der 55-Jährige, dessen Team mit 3:9 Zählern punktgleich mit dem Vorletzten DJK Altendorf ist, der auf dem einzigen Abstiegsplatz steht, während die Lintorfer mit 7:3 Punkten Dritter sind.

Auch deswegen betont Oberwinster: „Wir sind nicht der Favorit, aber wir werden uns zu wehren wissen. Es wird auf die Tagesform und die Einstellung ankommen, aber wenn die Jungs so motiviert sind wie ich, mache ich mir keine Sorgen“, sagt der Linkshänder lachend. Der Ur-Ratinger ergänzt: „Gegen Lintorf will keiner von uns verlieren. Ich werden noch einmal darauf hinweisen, dass man mit mehr Saft in dieses Spiel geht. Schließlich sehen sich viele ja am nächsten Tag wieder, da will man den anderen dann auch kitzeln, weil man gewonnen hat. Die Spieler kennen sich und freuen sich, aber die Rivalität ist schon da.“

Oberwinster weiß, dass seine Ratinger das Lintorfer Tempospiel eindämmen müssen, wenn sie eine Chance haben wollen, vor allem „die Pape-Zwillinge, das sind ja Duracell-Hasen“. Trimborn wiederum glaubt, dass „die älteren Herren der Faktor“ in diesem Spiel sein werden, denn: „Das sind die Unausrechenbareren, und die A-Jugendlichen haben noch nicht alle den Körper, der im Seniorenbereich notwendig wäre. Aber wir lassen sie spielen, weil sie herangeführt werden müssen, damit sie irgendwann Stamm- und Führungsspieler in der ersten Mannschaft werden können.“ In der haben in dieser Saison bereits Robin Pape und Thierry Greday Verbandsliga-Erfahrung gesammelt.

Das ist Trimborns Weg, den er nach seiner Zeit als Cheftrainer der ersten Mannschaft des TV Ratingen eingeschlagen hat. „Der TV war damals überaltert, deswegen habe ich gesagt: Okay, wir bilden jetzt aus“, sagt der Trainer, der inzwischen mit seinem Betreuer Andreas Boes (Trimborn: „Einen besseren kann man sich nicht vorstellen“) und Thomas Fischer-Moore 26 A-Jugendliche in zwei Mannschaften betreut. Über die Bedeutung so vieler Talente ist er sich mit Oberwinster einig. Der sagt: „Leute aus dem eigenen Verein sind das Herzstück.“ Allerdings betont der Ratinger auch: „Am Samstag muss man für zwei Stunden mal die Kooperation vergessen.“ Es ist immerhin ein Derby. Ein besonderes.

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