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Ratingen: Debatte um neue Stadthalle spaltet die Politik 

Postskriptum Diese Woche in unserer Stadt : Große Debatte um neue Stadthalle spaltet die Politik

Bürgermeister Klaus Pesch ist felsenfest davon überzeugt, dass man sich eine neue Stadthalle leisten kann. Doch er stößt mit seinen Plänen auf erheblichen Widerstand in der Politik. Gelder für eine neue Studie wurden vom Rat nicht bewilligt.

Die gute Stube Ratingens ist deutlich in die Jahre gekommen. Nun stößt Bürgermeister Klaus Konrad Pesch eine Debatte an. Er plant einen Neubau. Noch ist es ein weiter Weg bis zu diesem Projekt, das auf jeden Fall ein breites politisches Bündnis benötigt.

Die Stadthalle und der dazu gehörige Park! Unendlich viele Geschichten sind über dieses Ensemble geschrieben worden. Im Rat und in den Fachausschüssen rauchten häufig die Köpfe. Was längst in Vergessenheit geraten ist: Es gab die Idee, ein neues Rathaus (vielleicht auch nur eine Dependance) und ein Kongress-Zentrum an dieser Stelle zu errichten. Man ließ sogar Probebohrungen vornehmen – nicht mehr als eine Fußnote in der Geschichte dieses durchaus markanten Gebäudekomplexes, der mächtig in die Jahre gekommen ist und von dem der berühmte Herbert Knebel einmal gesagt hat, man finde den Haupteingang überhaupt nicht oder nur über Umwege (zum Beispiel übers Dach!).

Es gab also immer wieder Diskussionen über die Zukunft der Stadthalle, die ganz offiziell Dumeklemmer-Halle heißt – ein Name, den die Bürger kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen haben. Für sie ist die Stadthalle die Stadthalle – und nichts anderes. Doch was wird aus diesem Veranstaltungszentrum? Bürgermeister Klaus Pesch hat eine Diskussion angestoßen – wohl wissend, dass die Stadthalle mehr als 40 Jahre alt ist, dass der Beton an einigen Stellen zum echten Problem geworden ist und dass die Stadt in der Lage ist, einen Neubau in Angriff zu nehmen.

Eingebettet ist diese Initiative in einen größeren Kontext: Viele Gebäude, die dieses Alter erreicht haben, müssen saniert werden. Da steht die Stadt vor einer Mammutaufgabe. Pesch weiß, dass die gute Stube Ratingens in dieser Form nicht mehr zeitgemäß ist. Er hat jetzt die Chance, in Zusammenarbeit mit der Politik eine zukunftstaugliche Lösung entwerfen zu lassen.

Dabei müssen viele Fragen beantwortet werden, zum Beispiel die: Braucht die Stadt eine einzige große Halle? Oder gibt es Kombinationsmöglichkeiten, die auch Kongresse vorsehen und Übernachtungen? Und wie sieht es mit der Gastronomie aus und dem weiteren Umfeld? Der Stadthallen-Park ist für viel Geld errichtet worden. Doch man hat ihn als Verweilmöglichkeit im Grünen nie so richtig angenommen.

In der Politik muss zunächst ein Konsens darüber erzielt werden, dass man diese Initiative auch wirklich ergreifen und in eine Richtung marschieren will. Doch davon ist man weit entfernt. Der Rat entschied sich dagegen, Gelder für eine Art Machbarkeitsstudie freizugeben.

Pesch ist davon überzeugt, dass man sich eine Stadthalle leisten kann. Nicht wenige Politiker im Rat sehen das anders.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de