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Heiligenhaus. Stadt legt Beteiligungsbericht vor

Beteiligungsbericht : Wo die Stadt verdient und wo sie zahlt

Regelmäßig kommt der Beteiligungsbericht der Stadt öffentlich auf den Tisch. Von einem Beziehungsgeflecht zu sprechen, wäre sicher übertrieben. Aber die minutiöse Auflistung zeigt, wie gut Geschäfte laufen und in welche Richtung sie sich entwickeln. Das gilt beispielhaft für so unterschiedliche Bereiche wie die Stadtwerke und die Volkshochschule.

Der jährliche Beteiligungsbericht liest sich in Teilen wie eine Art Strategiepapier, das auch auf einer Rückschau basiert.

Für die Stadtwerke klingt das so: „Das Geschäftsjahr 2018 und auch die Folgenden werden entscheidend geprägt sein von den sich weiter intensivierenden Wettbewerbsentwicklungen auf dem Gasmarkt und weiterhin und wesentlich von der internen Umsetzung der komplexen Maßnahmen, die immer höhere Anforderungen an die IT-Systeme und Mitarbeiter stellen werden“, stellt Geschäftsführer Michael Scheidtmann für sein Haus fest. Es werde auch in den kommenden Jahren weiter von einer Intensivierung des Kundenwechselverhaltens auszugehen sein. „Diesem steigenden Druck muss mit einer Strategie der nachhaltigen Wettbewerbspositionierung begegnet werden. Die Stadtwerke Heiligenhaus GmbH geht in ihrer Mittelfristplanung 2018 bis 2022 von stabilen Ergebnissen von jährlich 0,7 Millionen Euro aus.“

Sowohl im Bereich der Gas-/ als auch der Stromverteilung gehen die Stadtwerke „perspektivisch von sinkenden Erlösobergrenzen aus“, weil die Regulierungsbehörde nach derzeitigen Erkenntnissen die Verzinsung des eingesetzten Kapitals nicht unerheblich abzusenken plane. Im Rahmen des Netzbetriebes und der Bäderbetriebe bestehen außerdem aufgrund des Alters eines Teils der Anlagen gewisse finanzielle Betriebsrisiken. Damit umschreibt Scheidtmann die Lage im Heljensbad aktuell, ohne auf Neubaupläne einzugehen. Zudem seien bei der Wasserversorgung Änderungen der Rahmenbedingungen durch den Gesetzgeber nicht ausgeschlossen.

Die Prognose liest sich so: „Eine konstante Anzahl jährlicher Neuanschlüsse von Kunden an das bestehende Gas-/ und Stromnetz bedeutet zudem, dass Erdgas und die damit verbundene Anwendungstechnik innerhalb der Energiewende zu den zukunftsträchtigsten Energiearten zählt, deren Potential noch nicht ausgeschöpft ist. Ein wichtiges und zukunftssicheres neues Standbein wurde zudem mit der nun eigenverantwortlichen Führung des Stromnetzes geschaffen.“

Die im Wirtschaftsplan 2018 prognostizierten konservativen Ergebniserwartungen konnten letztlich mit einem Jahresüberschuss von gut 1,4 Millionen Euro nach Steuern deutlich übertroffen werden. Großen Anteil an diesem Jahresüberschuss hat ein einmalig erhaltener Schadensersatz für die Abgeltung von Ansprüchen aus vertraglichen Ansprüchen.

Laut Wirtschaftsplan 2019 liegen die wirtschaftlichen Erwartungen bei einem Jahresüberschuss von 648.000 Euro nach Steuern.Die Stadtwerke Heiligenhaus GmbH geht in ihrer Mittelfristplanung 2019 bis 2023 von stabilen Ergebnissen von jährlich 0,7 Millionen Euro aus.

Die Zukunft der Volkshochschule Velbert/Heiligenhaus ist durch die Landeszuweisung, die kommunale Umlage und durch die Erträge der Kurse derzeit gesichert. „Durch Betrachtung der drei Ertragssäulen werden Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung deutlich“, kommentiert Verbandsvorsteher Michael Beck. Die Zuwendungen der Kommunen und des Landes bilde verlässlich die Grundlage für die Aufgabenerfüllung nach dem Weiterbildungsgesetz. Die Perspektive: „Der Anteil der Zuwendungen zu den Gesamterträgen ist tendenziell rückläufig, es wird ein regelmäßig größer werdender Anteil durch den Kursbetrieb erwirtschaftet.“ Die Abhängigkeit von der Marktlage im Weiterbildungssektor steige somit an. Ein großer Teil der Kurserträge stamme aus dem Angebot der Integrationskurse. Dazu heißt es weiter: „Nach einer zuletzt starken Ausdehnung des Integrationskursangebotes ist in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Rückgang dieser Kurse zu rechnen. Ein Risiko ist der demographische Wandel und das durch moderne Techniken veränderte Lernverhalten.“

Dies führt nach Becks Worten in letzter Konsequenz zu sinkenden Teilnehmerzahlen in der klassischen Bildungskultur einer Volkshochschule. Diesem Risiko kann jedoch mit einer hohen Qualität der Angebote begegnet werden. Um die Qualität der Bildung zu verbessern, ist es nötig, dass die VHS in die Lage versetzt wird, hochwertige Bildungskonzepte entwickeln zu können, statt wie bisher überwiegend Angebote von freiberuflichen Dozenten zu übernehmen. Dies stellt einen Paradigmenwechsel in der VHS-Kultur dar. Hierzu gehört es, Konzepte kritisch zu hinterfragen, Konzepte zu entwickeln und Modellprojekte durch das Einbringen eigener methodischer und didaktischer Fertigkeiten selbst zu begleiten.