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Ratingen: Premiere für Müller-Witt

Ratingen : Premiere für Müller-Witt

Die neue SPD-Landtagsabgeordnete aus Ratingen trifft sich heute mit den Kollegen zur ersten Sitzung in Düsseldorf. Der Erfolg hat der Partei einen unheimlichen Schwung gegeben, urteilt die Diplom-Volkswirtin.

Elisabeth Müller-Witt muss sich nicht verwundert die Augen reiben nach einem denkwürdigen Wahlabend. Die Zahlen haben eine eindeutige Aussagekraft. Klarer Fall: Müller-Witt ist die unumstrittene Siegerin in Ratingen und Heiligenhaus. Sie hat gegen Dr. Wilhelm Droste (CDU) gewonnen. Insgesamt hat die SPD mächtig abgeräumt im Land.

Für die 58-jährige Diplom-Volkswirtin ist klar: Der Erfolg auf ganzer Linie hat der Partei einen unheimlichen Schwung gegeben. Noch am späten Sonntagabend ist sie nach Düsseldorf gefahren. Dort, im Medienhafen, hat sie zusammen mit Hannelore Kraft in der Disco 3001 gefeiert und mit vielen weiteren Freunden sowie Kollegen.

Fraktionsluft schnuppern

Müller-Witt weiß nur zu gut, dass es ein historischer Tag für die SPD war — und für sie selbst. Jetzt, einige Stunden nach diesem großen Erfolg, herrscht kontrollierte Euphorie vor. Denn die Ortsvereinsvorsitzende der SPD wird nicht viel Zeit haben, die Gedanken zu ordnen. Am heutigen Dienstag ist bereits die erste Sitzung in Düsseldorf. Beginn: neun Uhr. Müller-Witt wird nicht lospoltern, sie will das System Landtag behutsam kennenlernen und sich einarbeiten. Erst einmal zuhören, sich einfinden, Fraktionsluft schnuppern, ankommen — dies ist das Wichtigste.

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Dass sie auch in Heiligenhaus mächtig punkten konnte, kommt nicht von ungefähr. "Die Leute haben mich ja schon von der Landtagswahl 2010 gekannt", sagt sie, "und ich habe die spannende Stadt nicht aus den Augen verloren." Zu den Schützen ist sie beispielsweise gegangen und hat zusammen mit ihnen gefeiert. Auch dies gehört zur ungeschminkten Basisarbeit. Nähe zu den Bürgern: Kraft und Müller-Witt ticken da ähnlich. Die Distanz zu den Wählern ist ihnen fremd. Es gehört dazu, auf Augenhöhe mit den Menschen im Land zu sprechen. Das glatte Kontrastprogramm zu Norbert Röttgen (CDU), der vergeblich versucht hat, die Schuldenkrise in NRW zum Generalthema zu machen.

Müller-Witt will — trotz der neuen Verpflichtungen in Düsseldorf — der Basis in Ratingen unbedingt treu bleiben. Klar: Sie braucht für den neuen Aufgabenkreis einen kleinen Stab von Mitarbeitern. Dazu muss geklärt werden, welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. In Ratingen will sie Vorsitzende des Ortsvereins bleiben und in absehbarer Zeit ihr Ratsmandat zur Verfügung stellen. Der Kurs ist also abgesteckt.

Hat der Erfolg der SPD auch Auswirkungen auf die Kommunalpolitik? Sie bleibt sehr vorsichtig, wenn es darum geht, Prognosen abzugeben. Der Sieg habe der Partei insgesamt gut getan, findet sie. Das klingt erneut nach kontrollierter Euphorie: Müller-Witt hat nicht vergessen, dass die SPD schon ganz andere Zeiten erlebt hat. Ball flach halten — so die Devise der Politikerin, die gern läuft, Tennis spielt und Radtouren unternimmt.

Und wie sieht es mit einer Zusammenarbeit mit Droste im Landtag aus? Darüber werde man nachdenken und zu gegebener Zeit auch sprechen, meinte Müller-Witt.

(RP/url)