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Kunst „all inclusive“ öffnet im Heiligenhauser Waldhotel

Ausstellung in Heiligenhaus : Kunst „all inclusive“ öffnet im Waldhotel

Vier Künstler des Offenen Ateliers der Bergischen Diakonie stellen dort ab dem 22. März aus.

Vier Menschen, vier völlig unterschiedliche Zugänge zu Kunst: Anja Leu, Arne Sawatzki, Barbara Weyer und Michael Wittenius gehören zu einer Gruppe von Künstlern, die regelmäßig das offene Atelier der Bergischen Diakonie besuchen. Sie malen, sie gestalten Lichtinstallationen und sie möchten ihre Arbeiten teilen.

Das offene Atelier in Wülfrath bietet Menschen mit und ohne Handicap Raum für künstlerischen Ausdruck, Austausch und Teilhabe am kulturellen Leben. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst im Waldhotel Heiligenhaus“ wird die Kunst des Quartetts nun erstmals in Heiligenhaus gezeigt und damit hat auch die Zusammenarbeit zwischen Waldhotel und dem offenen Atelier Premiere. Am Sonntag, 22. März, 11 Uhr, laden die Künstler zur Vernissage an die Heiligenhauser Parkstraße. Vom Foyer bis in den Wintergarten werden dort dann etwa 24 Werke, allen voran Gemälde, aber auch Lichtkunst, unter dem Titel „All inclusive“ zu sehen sein.

„Die Überlegungen gingen zuerst in die Richtung, eine Übersicht aller Kunst zu zeigen, die im offenen Atelier entsteht. Wir haben uns dann aber entschieden, eine sehr konzentrierte Ausstellung zusammen zu stellen“, erklärt Manuel Rohde. Der Kunsttherapeut leitet gemeinsam mit Sunci Matijanic das offene, künstlerische Angebot der Bergischen Diakonie. Ausgewählt worden seien nun vier Kunstschaffende, die „unbeirrbar ihre eigenen Wege gehen.“ Jeder von ihnen mit Ausstellungserfahrung.

So ist die Malerin und Bildhauerin Barbara Weyer seit 2013 im offenen Atelier dabei und hat bereits in Wuppertal, Remscheid und Wülfrath ausgestellt. „Ich habe Werke ausgewählt, von denen ich glaube, dass sie hier hin passen“, erzählt sie bei einem Vorabbesuch im Waldhotel. Ihre Kunst ist dabei für die gebürtige Hückeswagenerin eine besondere Sprache: „So wie Worte für den Kontakt nach außen benutzt werden, ist die bildnernische Gestaltung für mich die Sprache für den Kontakt nach innen.“ Bereits seit 2008 ist auch Michael Wittenius beim Offenen Atelier dabei, ein Jahr vorher stieß bereits Anja Leu dazu. Mit Arne Sawatzki stellt auch ein Mitarbeiter aus.

Eine Heimat hat das Offene Atelier in unmittelbarer Nähe zum Haupthaus der Bergischen Diakonie gefunden: Im Wülfrather Haus Langensiepen. „Eines der verwunschenen Häuser mit einer ganz besonderen Atmosphäre“, wie Diakonie-Sprecherin Renate Zanjani findet. Inmitten von sonst hochtherapeutschen Einrichtungen öffnet das Atelier die Türen für Menschen mit und ohne Krankheit. Hier stehe die Kunst im Vordergrund und die Möglichkeit, sich dadurch auszudrücken oder genau das zu lernen.

Rund 100 Menschen besuchen das Haus im Jahr, zum Beispiel die Workshops, die angeboten werden. Deren Themen reichen von Acrylmalen über das Steinbildhauen bis hin zum Workshop „Schmieden“, wie Matijanic erklärt. Auch Ausstellungen der Werke finden hier regelmäßig statt. Man sei aber auch immer auf der Suche nach Ausstellungsräumen, die passen. Denn Kunst, die gesehen werde, bedeute auch Unterstützung, und die würde gebraucht. So kam auch der Kontakt zu Rainer Schulte vom Waldhotel zustande. Hier gibt es seit Jahren zwei Mal im Jahr Kunstausstellungen. Die Ausstellung ist bis Ende Juni zu sehen. Übrigens: Das öffentliche Atelier am Diakonissenweg 13 steht jeden Montag, 14 bis 17 jedem offen.