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Lebenshilfe: Möglichkeit zum Berufsvorbereitenden Sozialen Jahr: Verschworene Familien-Gemeinschaft

Lebenshilfe: Möglichkeit zum Berufsvorbereitenden Sozialen Jahr : Verschworene Familien-Gemeinschaft

Lachend und fröhlich startet eine kleine Gruppe von Kindern mit einigen Erwachsenen im Großraumwagen in Richtung Tannenbusch. Dort toben sie auf dem Spielplatz, machen Picknick und schauen sich die Tiere an. Was sich nach einem Samstagsausflug mit der Familie anhört, ist jedoch eine Wochenend-Aktion des Lebenshilfe-Wohnhauses IV in Grimlinghausen. Dort leben 16 geistig-behinderte Kinder und Jugendliche - und 14 Erwachsene.

Die Kinder, die zum Teil auch körperlich behindert sind, brauchen ganz besondere Aufmerksamkeit, wie die Wohnhaus-Leiterin Annette Beigel erläutert: "Einige Kinder haben einen sehr großen Pflegebedarf." Diese Aufgabe könnten bald auch junge Mitarbeiter erfüllen, die ein "Berufsvorbereitendes Soziales Jahr" in den Einrichtungen der Lebenshilfe Neuss leisten möchten. Mit den Kindern spielen, sie wie in einer Familie umsorgen und pflegen: "Morgens müssen sie zum Beispiel darauf achten, dass die Kinder richtig angezogen, mit Frühstück im Bauch und Butterbrot in der Tasche zur Schule gehen", beschreibt Annette Beigel einige Aufgaben.

Nachmittags gilt es dann, ein Programm für die Kinder und Jugendlichen zu gestalten, das auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten abgestimmt ist. "In einem Jahr kann man einen guten Draht zu den Kindern entwickeln, die sehr dankbar und positiv auf die Betreuer zugehen", zeigt die Wohnhaus-Leiterin auf, dass die Helfer von der verschworenen Familien-Gemeinschaft sehr viel zurück bekommen. Schwellenängste, mit Behinderten zu arbeiten, zerstreut sie schnell: "Die Mitarbeiter lernen bei einer Hospitanz alles kennen, sind nie allein und werden eingearbeitet."

Dabei ist das Wohnhaus an der Johanne-Etienne-Straße nur eine von zahlreichen Einsatz-Möglichkeiten. Die Lebenshilfe unterhält fünf Wohnhäuser, in denen inklusive Außenwohnungen 170 Menschen leben, und eine integrative Kindertagesstätte mit 50 Kindern. Darüber hinaus bietet die Lebenshilfe betreutes Wohnen mit sechs Plätzen (seit Januar 2002) an, außerdem Offene Hilfen, wobei die Betreuung nicht rund um die Uhr erfolgt. "Wir bieten das Soziale Jahr vor allem im Bereich Wohnen und Offene Hilfen an", sagte Brigitte Arntzen, Leiterin Verwaltung und Service, die darauf hinwies, dass bereits jetzt Praktikanten in den Neusser Lebenshilfe-Einrichtung arbeiten könnten.

Gerade im Vorfeld einer Entscheidung für einen sozialen Beruf bietet das "Berufsvorbereitende Soziale Jahr" (BSJ), das mit rund 408 Euro monatlich vergütet wird, eine Möglichkeit für 16- bis 25-Jährige, erste Schritte in der Arbeitswelt mit geistig Behinderten (kennen) zu lernen. In Deutschland kann das BSJ in 300 Lebenshilfe-Einrichtungen absolviert werden, so auch in Neuss.

Weitere Infos bei der Lebenshilfe Neuss, Rufnummer 02131/745990, unter der bundesweiten Hotline 0180/5542750 oder unter www.bsj-lebenshilfe.de im Internet. Carina Wernig

(NGZ)