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Für knapp 600.000 Euro sollen 17 Straßen erneuert werden: Wie hoch ist der Sanierungsstau?

Für knapp 600.000 Euro sollen 17 Straßen erneuert werden : Wie hoch ist der Sanierungsstau?

Knapp 600.000 Euro wendet die Stadt auf, um insgesamt 17 Straßen zu sanieren. Darüber herrschte Dienstag Abend im Bauausschuss Einigkeit, so dass die von der Verwaltung vorgelegte Prioritätenliste einstimmig genehmigt wurde. Die Opposition nutzte die Stunde, um auf den Investitionsstau hinzuweisen, der sich im Laufe der Jahre aufgetürmt hat. Ratsherr Willi Faller, als ehemaliger Vorsitzender des Bauausschusses Intimkenner der Probleme, erinnerte an die Vielzahl der Beschwerden, die von der Bevölkerung formuliert werden. Das komplette Straßensystem in der Pomona soll noch im laufenden Jahr eine neue Decke erhalten. NGZ-Foto: H. Jazyk

Knapp 600.000 Euro wendet die Stadt auf, um insgesamt 17 Straßen zu sanieren. Darüber herrschte Dienstag Abend im Bauausschuss Einigkeit, so dass die von der Verwaltung vorgelegte Prioritätenliste einstimmig genehmigt wurde. Die Opposition nutzte die Stunde, um auf den Investitionsstau hinzuweisen, der sich im Laufe der Jahre aufgetürmt hat. Ratsherr Willi Faller, als ehemaliger Vorsitzender des Bauausschusses Intimkenner der Probleme, erinnerte an die Vielzahl der Beschwerden, die von der Bevölkerung formuliert werden. Das komplette Straßensystem in der Pomona soll noch im laufenden Jahr eine neue Decke erhalten. NGZ-Foto: H. Jazyk

Er regte an, die Verwaltung möge eine Übersicht der notwendigen Reparaturen erstellen. Er reklamierte für die Politik Einblick in die Mängelliste: "So können wir die Prioritätenliste besser nachvollziehen und den Bürgern konkrete Antwort auf die Frage geben, wann die Straße in ihrer Nachbarschaft erneuert wird." Fallers Fraktionskollege Klaus Gurmann setzte sich dafür ein, die Mittel für den Erhalt der Straßen zu erhöhen: "Wenn der Unterbau erst einmal zerstört ist, wird es richtig teuer." Wer nicht frühzeitig Schäden beseitige, verspiele Kapital der Stadt. Der Vorstoß der SPD-Opposition stieß auf Unverständnis bei der CDU-Mehrheit.

Deren Planungsexperte Heinz Hick bezeichnete die von Faller angemahnte Gesamtübersicht als "unsinnige Liste". Die SPD suche lediglich eine Rechtfertigung, um ihr alljährliches Klagelied anzustimmen. Der Zustand Neusser Straßen sei keineswegs dramatisch und im Vergleich zu Städten wie Solingen oder Langenfeld verfüge Neuss über Straßen in einem guten Zustand. Wenn der Bettikumer Kampweg - zwischen Hoisten und Bettikum - sowie die Gillbachstraße in Weckhoven für 2002 hohe Priorität besäßen, "dann können unsere Probleme nicht so gewaltig sein." Aber auch Hick räumte Straßenschäden ein. Die seien aber vielfach "hausgemacht", zum Beispiel durch Kanalarbeiten oder das Verlegen von Kabeln.

Auch Bauausschuss-Vorsitzender Jens Hartmann (31), soeben zum Doktor Ingenieur promoviert, warnte davor, "Neuss schlecht zu reden". Die Straßen seien im Stadtgebiet nicht schlechter als andernorts. Die Hauptstraßen seien in Ordnung, Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Angesichts des engen städtischen Etats müsse Notwendiges getan, Wünschenswertes aber verschoben werden. Ungeteiltes Lob erntete die Stadtverwaltung für ihren Vorschlag, künftig bei geplanten Grunderneuerungen, deren Kosten auf die Anlieger umgelegt werden, eine Bürgerbefragung vorzuschalten. Sowohl Karl-Heinz Baum (CDU) als auch Michael Klinkicht (Grüne) bezeichneten diesen Ansatz als "sinnvoll". Ludger Baten

(NGZ)