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Verdienstmedaille würdigt Lebensleistung: Nie die Mitmenschen vernachlässigt

Verdienstmedaille würdigt Lebensleistung : Nie die Mitmenschen vernachlässigt

Im Leben von Elisabeth Welzel hat es sicher Tage gegeben, wo ihr alles über den Kopf zu wachsen drohte. Denn die Mutter von zwölf Kindern stand nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahre 1968 allein vor einer Fülle von Aufgaben und oft unüberwindbar scheinenden Problemen. Elisabeth Welzel hatte nicht nur für ihre zwölf Kinder Zeit. NGZ-Foto: H. Jazyk -->

Im Leben von Elisabeth Welzel hat es sicher Tage gegeben, wo ihr alles über den Kopf zu wachsen drohte. Denn die Mutter von zwölf Kindern stand nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahre 1968 allein vor einer Fülle von Aufgaben und oft unüberwindbar scheinenden Problemen. Elisabeth Welzel hatte nicht nur für ihre zwölf Kinder Zeit. NGZ-Foto: H. Jazyk -->

Zwei Dinge hat Elisabeth Welzel trotzdem nie getan: Sich allein auf die Hilfe des Staates verlassen und ihre Mitmenschen vernachlässigt. Ob es die Nachbarn mit ihren Anliegen und Nöten waren oder ob in der Pfarrgemeinde St. Hubertus eine helfende Hand gebraucht wurde, stets war sie zur Stelle. "Sie sind zu einem bewunderungswürigen Vorbild geworden", fasste der stellvertretende Landrat Hermann-Josef Dusend sein Staunen zusammen, als er Elisabeth Welzel am Samstag im Zeughaus mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihre Lebensleistung auszeichnen durfte.

In einer großen Familie ein Dutzend Kinder zu erziehen, reicht allein für eine Ordensverleihung nicht aus. Das liegt daran, erklärte Dusend mit kritischem Unterton, dass in den ordensrechtlichen Bestimmungen dafür keine Grundlage gegeben ist. Im Fall von Elisabeth Welzel muss aber diese Tatsache bei der Würdigung ihres Engagementes für die Kirchengemeinde berücksichtigt werden. Denn von ihrer ohnehin knappen Zeit konnte sie immer noch etwas für die 1962 gegründete Pfarre erübrigen. So trat sie gleich zu Beginn der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands in der jungen Gemeinde bei, war von 1967 bis 1978 sogar stellvertretende Vorsitzende der KFD St. Hubertus.

Sie organisierte viele Feste in der Gemeinde mit und kümmerte sich intensiv um die Senioren und die kranken Gemeindemitglieder. Darüber hat sie von 1967 bis in die 90er Jahre im Vorstand der Pfarr-Caritas mitgearbeitet und bei der Haussammlung Spenden eingeworben. "Wenn sich heute sieben Töchter in sozialen Berufen betätigen, als Kindergärtnerin, Säuglings- und Krankenschwester, Altenpflegerin oder Erzieherin, so hat Ihr soziales Engagement sicherlich überreiche Früchte getragen", lobte Dusend. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm. Auch den fünf Söhnen hat Elisabeth Welzel den Weg in den gewünschten Beruf geebnet. Sie wurden Architekt, Jurist, Bankkaufmann, Unternehmer.

(NGZ)