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Zacharias - ein Musik-Genie: Alzheimer aus Sicht einer Angehörigen

Zacharias - ein Musik-Genie : Alzheimer aus Sicht einer Angehörigen

Mit einer Doppelveranstaltung wird Mittwoch das Informations-Angebot der Alzheimer-Wochen fortgesetzt. Ab 16 Uhr ist Dr. Sylvia Zacharias im Neusser AOK-Haus, Oberstraße 33, zu Gast. Die Wissenschaftsjournalistin und Autorin wird sich dem Thema "Alzheimer-Erkrankung aus der Sicht einer Angehörigen" annehmen und über das Schicksal ihres Vaters, Helmut Zacharias, berichten.

Der Name Helmut Zacharias ist seit Jahrzehnten nicht nur in Deutschland ein Begriff. Mit seiner zärtlichen, romantischen Musik hat dieser Künstler Millionen Herzen froh und glücklich gemacht. Seit über sieben Jahren leidet er nun an der Alzheimer-Erkrankung. "Die erste Zeit muss für meinen Mann die Hölle gewesen sein. Auch für mich waren jene Jahre eine schwere Prüfung, da ich völlig unwissend war über die Gedanken und Empfindungen, die der geliebte Mensch durchlitt", beschreibt Hella Zacharias in ihrem Buch. Die Ansicht vieler Bewunderer ihres Mannes - "Erzähl' niemandem, dass Helmut Alzheimer hat" - teilte sie ganz und gar nicht.

Aus ihrer Sicht ist dies genau der entscheidende Punkt: "Das Verschweigen dieser satanischen Krankheit macht das Leben der Erkrankten und ihrer Angehörigen noch schwerer, als es schon ist." Über diese ganz persönlichen Erfahrungen mit ihrem Vater wird heute Dr. Sylvia Zacharias, die Tochter des erfolgreichen Geigers - sprechen und im Anschluss an ihren Vortrag auch Fragen der Anwesenden beantworten. Ergänzt wird der Nachmittag mit einem Referat von Dr. Hans-Jürgen Bosma, Chefarzt der Geriatrie in Rees. Seine Fragestellung lautet: "Was leistet die Medizin bei dementiellen Erkrankungen?"

Parallel dazu ist die Bildausstellung "Alzheimer und Kunst" in der Geschäftsstelle der AOK Rheinland bis zum 1. März wochentags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Sie zeigt Bildern von Carolus Horn (1921-1992), einem der erfolgreichsten Werbegrafikern in den 50er bis 70er Jahren. Mit der Erkrankung zeichnete Horn weiter. Seine künstlerische Fähigkeit nahm zwar ab, aber der Verlust beispielsweise der räumlichen Perspektive wird in seinen Bilder durch eine Zunahme an farbenfroher Ornamentik ausgeglichen. -wi

(NGZ)