1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

"Studien zur Geschichte des deutschen Widerstandes": Josef Kardinal Frings und das Dritte Reich

"Studien zur Geschichte des deutschen Widerstandes" : Josef Kardinal Frings und das Dritte Reich

Die Rolle von staatlichen Organisationen sowie gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen während des so genannten Dritten Reiches ist immer wieder Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Zuweilen wird dort auf Kosten der historischen Wahrheit auch Parteipolitik betrieben. Daher lohnt es sich, wissenschaftliche Kenner der Materie zu Rate zu ziehen. Ein profunder Kenner ist der Bochumer emeritierte Professor für Neuere Geschichte, Hans Mommsen.

Die Rolle von staatlichen Organisationen sowie gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen während des so genannten Dritten Reiches ist immer wieder Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Zuweilen wird dort auf Kosten der historischen Wahrheit auch Parteipolitik betrieben. Daher lohnt es sich, wissenschaftliche Kenner der Materie zu Rate zu ziehen. Ein profunder Kenner ist der Bochumer emeritierte Professor für Neuere Geschichte, Hans Mommsen.

Dieser hat vor kurzer Zeit ein Buch mit dem Titel "Alternative zu Hitler - Studien zur Geschichte des deutschen Widerstandes" herausgebracht. Darin befasst er sich unter anderem mit dem Neusser Ehrenbürger Josef Kardinal Frings. Er reiht Frings, der 1942 Erzbischof von Köln wurde, in die klaren Gegner des Nationalsozialismus ein. Darauf macht jetzt die Josef Kardinal Frings-Gesellschaft aufmerksam. Die Neusser Frings-Gesellschaft, mit ihrem Präsidenten Sebastian Rosen an der Spitze, hat sich zur Aufgabe gemacht, Leben und Werk von Kardinal Frings zu erforschen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

"Wir haben vor einiger Zeit einen gut besuchten Vortrag zum Thema Papst Pius XII. und die Juden ausgerichtet", erinnert sich Rosen: "Es ist unser Ziel, das Spektrum der Geschichte um Frings zu erfassen." Von daher nehme seine Gesellschaft alles zur Kenntnis, was über Frings geschrieben und geforscht werde. Rosen: "Es ist schon interessant, wenn ein so bedeutender Historiker wie Mommsen den Kardinal in seinem Widerstands-Buch erwähnt." In seinem 420-Seiten umfassenden Werk beschreibt Mommsen die politischen Alternativentwürfe des deutschen Widerstandes.

Schwerpunkt des Buches sind aber die bürgerlichen, militärischen und sozialistischen Verfassungsvorstellungen für eine Zeit nach Hitler. "Der Überlebenskampf der katholischen Kirche spielt dagegen keine zentrale Rolle in dem Buch", erläutert Vizepräsident Carsten Greiwe. Kardinal Frings finde auch nur einmal in dem Kapitel zur Judenverfolgung Erwähnung. Greiwe verweist darauf, dass der Neusser auf dem Bischofsstuhl des heiligen Maternus zu denjenigen im deutschen Episkopat gehört hatte, die für eine energische Opposition gegen das Nazi-Regime eintraten.

(NGZ)