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Theater am Schlachthof in Neuss: Premiere für Sherlock Holmes und Dr. Watson

Theater am Schlachthof in Neuss : Komödie um Sherlock Holmes und Dr. Watson

Regisseurin Sarah Binias lacht verschmitzt auf die Frage, was die Zuschauer denn in ihrer Sherlock-Holmes-Inszenierung erwartet. Denn am kommenden Freitag feiert die von Markus Andrae geschriebene Komödie in „seinem“ Theater am Schlachthof (er ist der künstlersiche Leiter des TaS) Premiere.

„Es ist, wie im TaS üblich, weniger ein klassisches Sherlock-Holmes-Stück als mehr eine klassische Markus-Andrae-Komödie mit kriminalistischem Touch“, sagt sie.

Sehr frei nach A. C. Doyle erzählt Andrae eine im Jahr 1895 spielende Geschichte am Niederrhein. Sherlock Holmes ist einem internationalen Schmugglerring, der den Schatz der Nibelungen verhökern will, bereits auf den Fersen, als er scheinbar zufällig auf dem Landgasthof Wipp am Niederrhein landet.

Die Inhaberin, Else Wipp, ist eine sozialistische Frauenrechtlerin, die ihren Landgasthof mit Herzblut, aber leider ohne Gäste führt. Ihr Mann Otto hält die Familie durch ominöse Nebenjobs am Leben. Der englische Detektiv und sein treuer Helfer Dr. Watson haben nicht damit gerechnet, dass sie ausgerechnet auf diesem einsamen Landgasthof der Lösung ihres Rätsels immer näherkommen.

„Sherlock Holmes und das Mysterium des Mirakels“ ist nach den Inszenierungen von sechs Kindertheaterstücken Sarah Binias erste Abend-Regie, und sie setzt dabei genretypisch auf viel Slapstick und Wortwitz. Und auf Schauspieler, die sowohl ihr als auch dem Publikum bereits vertraut sind. Es stehen auf der Bühne Daniel Cerman als Holmes, Tim Fleischer als Dr. Watson, Monika Sobetzko als Else Wipp und Lars Evers als Otto Wipp.

Neu im Team (mit Fabian Schulz, verantwortlich für Musik) ist Tina Bundkirchen, die zum ersten Mal für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich ist, welche zu einer schrägen und undurchsichtigen Atmosphäre beitragen sollen. Denn trotz der vielen komödiantischen Elemente wird es auch viele Spannungsmomente und richtige „Actionszenen“ geben, wie Binias mit einem Schmunzeln versichert.

Mit der Sherlock-Holmes-Serie rund um den Schauspieler Benedict Cumberbatch oder den modernen Verfilmungen des Stoffs will man sich am Theater am Schlachthof trotzdem nicht messen, schließlich gibt es keine schnellen Schnitte und nur ein Bühnenbild, in dem die Geschichte spielt.

Auf einige typische Elemente können die Zuschauer sich natürlich freuen, so darf auch im Theater am Schlachthof der klassische Showdown am Ende der Aufführung nicht fehlen. Und wahrscheinlich hat  bei dieser Geschichte auch Sherlock Holmes’ Erzfeind Moriati seine Finger im Spiel...

(NGZ)