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Neuss: Sekundarschule "mit allen Mitteln"?

Neuss : Sekundarschule "mit allen Mitteln"?

CDU und FDP wollen mit einer eigenen Kampagne eine weitere Gesamtschule in Neuss verhindern.

Die Stadt lädt am kommenden Dienstag (27.) rund 3000 Eltern von Kindern, die im kommenden Sommer an eine weiterführende Schule wechseln werden, zu einer Informationsveranstaltung in die Stadthalle ein. Thema: die neu zu errichtende Sekundarschule.

Deren Gründung ist von einer Elternbefragung abhängig, die nach dem Verständnis aller Fraktionen im Rat als Abstimmung über die Errichtung einer Sekundarschule oder die Gründung einer weiteren Gesamtschule gelten soll. Doch diese Befragung und der Aussagewert des Ergebnisses sind zwischen CDU und FDP umstritten.

Während die CDU einem gestern von der Verwaltung vorgelegten Fragebogen — mit einer Änderung — zustimmte, ist dieser für Achim Rohde (FDP) mangelhaft. "Den werden wir so nicht freigeben", stellte Rohde klar — und behält sich namens der Fraktion die Prüfung rechtlicher Mittel vor. Seine Kritik: Man kann die Eltern nicht befragen, wenn man ihnen nicht etwas zum Beispiel zum Standort sagen kann.

Einig ist sich die Koalition, dass auf jeden Fall der Elternwille zählen soll. Das heißt für Anne Holt (CDU): "Die Eltern wollen längeres gemeinsames Lernen." Dem wird mit der Gründung einer Sekundarschule Genüge getan. Kommt die Elternbefragung zu dem Ergebnis, dass die erforderlichen 75 Anmeldungen zusammenkommen, wird, so erklärt die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann, diese Schule etabliert. "Alles weitere wird sich später zeigen."

Einen zusätzlichen Bedarf an Gesamtschulplätzen könne man ja auch durch Erweiterung der bestehenden drei Schulen erreichen. Koenemann: "Es muss ja nicht alles in einem Jahr passieren."

Koenemann sieht nur zwei denkbare Probleme: Die Bezirksregierung fordert, dass mit dem Errichtungsantrag bis Ende November auch ein Konzept vorgelegt wird, in dem zum Beispiel die Kooperationsschule dieser Sekundarschule für die Oberstufe benannt wird. Nachdem die Gründung erst vor einer Woche beschlossen wurde, sei das wohl nicht zu schaffen. Am besten wäre es, wenn man eine Fristverlängerung bis Anfang nächsten Jahres erreichen könnte. Zweitens: Die Mindestschülerzahl kommt nicht zustande.

Dann liefe es nach dem Verständnis von Verwaltung und Opposition auf die Gründung einer neuen Gesamtschule hinaus. Voraussetzung dafür müsste aber sein, dass dieses Elternvotum bis zur Ratssitzung am 14. Dezember vorliegt. Doch daran glauben Rohde und seine FDP mit Blick auf die kurze Frist nicht: "Woanders dauert das ein halbes Jahr."

Die Koalition wird der städtischen zwei eigene Informationsveranstaltungen folgen lassen und für die Sekundarschule werben. "Wir möchten mit allen Mitteln, dass wir nächstes Jahr eine Sekundarschule haben", stellte Rohde klar, der nichts übers Knie brechen will.

(NGZ/rl)