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Neuss: Harry Heib erfüllt sich einen Bühnentraum

Neuss : Harry Heib erfüllt sich einen Bühnentraum

Mit der Produktion "Schlagerjazz" geht ein großer Wunsch des Entertainers in Erfüllung: Er will damit auf Tour gehen.

Sein Werdegang ist ganz klassisch. Die ersten Bühnenerfahrungen hat Harry Heib im Schülertheater gesammelt. "Das fand ich spannend", sagt er heute noch, "und tatsächlich hatte ich mir schon überlegt, ob das nicht auch eine berufliche Perspektive für mich sein könnte." Aber nach der Mittleren Reife — aufgewachsen ist er in Grevenbroich — fehlte ihm dann doch die Traute: "Ich war erst 16 und habe dann doch lieber gedacht: Ich mach' was Vernünftiges", sagt er lachend.

Herausgekommen ist dabei eine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann, aber den dazugehörigen Schreibtisch hat er längst schon verlassen. Denn mit knapp 30 hat er sich entschlossen: Jetzt oder gar nicht. So ein ähnlicher Moment muss es auch gewesen sein, der Heib dazu bewogen hat, endlich ein Projekt zu verwirklichen, wie er es schon lange vorhat: ein abendfüllendes Programm für eine Tour mit einer eigenen Band. "Schlagerjazz" haben er und Tim Bader den Abend getauft, der auch genau das verspricht: Schlager und Jazz in Swing-Arrangements, die alle aus Baders Musikerwerkstatt stammen.

Das Programm spiegelt auch Heibs "große Lust an deutschsprachiger Musik" wieder und ist für ihn ein "großer Traum". Wohin der ihn führen wird? "Mal sehen", sagt er ganz locker, und ergänzt mit einem Lachen: "Warum nicht mal mit ,Schlagerjazz' in die Düsseldorfer Tonhalle!" Gemessen an dem, was der heute 42-Jährige erreicht hat, nachdem er sich endgültig für die Bühne entschieden hat, klingt das nicht mal vermessen.

Und geglaubt hat er das wohl auch nicht, als er mit Anfang 20 die ersten Kurse von Martin Maier-Bode an der Alten Post besuchte, gleichzeitig noch im Grevenbroicher Büro eines Bauunternehmens arbeitete und dann auch schon auf der Bühne des Theaters am Schlachthof stand.

Dessen Start hat er von denen ersten Minuten an miterlebt; es ist immer noch so etwas wie seine Heimatbasis. Die Begeisterung für die Bühne brachte ihm zwar letzten Endes keinen Erfolg bei einer "Vorsprech-Tour an deutschen Schauspielschulen", wie er sagt, aber: "Ich wusste trotzdem, ich wollte weitermachen." Er nahm privaten Gesang- und Schauspielunterricht, reduzierte die Stunden in seinem Brotberuf und entschloss sich vor zwölf Jahren: "Ich gehe zur Bühne. Bereut habe ich das bis heute nicht."

Rund 200 Vorstellungen kommen locker in seinem Jahreskalender zusammen. Mal mit dem Theater Till aus Düsseldorf, mal als Solist oder auch mit der Dee Band, ein jahrelanger Begleiter von ihm, deren Mitglieder aber alle noch in anderen Berufen arbeiten und zum Beispiel nicht ihm auf Tour gehen können.

Deswegen haben Heib und Bader sich für das neue Projekt auch andere Musiker gesucht, die das abendfüllende Programm mittragen. "Es gibt keinen Stillstand", sagt sich der Künstler, der sich selbst vor allem als Unterhalter sieht, aber eben auch Sänger, Schauspieler und Kabarettist ist. Im Theater am Schlachthof werden sie am kommenden Samstag den ersten öffentlichen Auftritt mit ihrem "Schlagerjazz" starten.

(NGZ/rl)