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Rhein-Kreis Neuss: IG Metall wittert "Skandal" bei Ausbildungsplätzen

Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : IG Metall wittert „Skandal“ bei Ausbildungsplätzen

Die Gewerkschaft moniert, Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie würden Ausbildungskapazitäten zurückfahren. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein widerspricht und ordnet ein.

Die IG Metall Düsseldorf-Neuss schlägt mit Blick auf die Ausbildungsplätze in der Region Alarm. Die Gewerkschaft moniert, dass „viele heimische Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie angesichts der Konjunkturkrise ihre Ausbildungskapazitäten“ herunterfahren würden. Zu diesem Schluss kommt die IG Metall nach einer Umfrage unter Betriebsräten in der Region Düsseldorf-Neuss. Demnach werde in 26 Prozent der Unternehmen die Zahl der Ausbildungsplätze in diesem Jahr sinken, in neun Prozent werde sie stabil bleiben. „Was da gerade passiert, ist ein Skandal“, moniert Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss. „Wir finden es unverantwortlich, wenn Unternehmen jetzt an der Ausbildung sparen.“

Karsten Kaus ist Geschäftsführer der IG Metall in der Region. Foto: IG Metall

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein betont, dass man dies so nicht stehen lassen könne. „Von den 1192 gewerblich-technischen Ausbildungsverhältnissen im Rhein-Kreis Neuss, die zum Stichtag 9. März 2020 eingetragen waren, stammen 443 aus dem Bereich Metalltechnik und 343 aus dem Segment Elektrotechnik“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Im Vorjahr 2019, ebenfalls zum Stichtag 9. März, waren insgesamt 1049 gewerblich-technische Ausbildungsverhältnisse registriert, 420 davon im Bereich der Metalltechnik und 301 in der Elektrotechnik. Demnach haben die Unternehmen im Jahresvergleich ihr Engagement in der Ausbildung gesteigert.“

Allerdings räumt er ein, dass die für dieses Jahr zum Stichtag 9. März neu eingetragenen gewerblichen-technischen Ausbildungsverhältnisse mit Ausbildungsbeginn am 1. August beziehungsweise 1. September mit aktuell 82 – davon 29 aus der Metall- und 20 aus der Elektrotechnik –, leicht hinter den Vorjahreszahlen liegen. 2019 waren es zum Stichtag 9. März insgesamt 89 gewerblich-technische Ausbildungsverhältnisse, davon 25 aus der Metall- und 27 aus der Elektrotechnik. „Aufgrund dieser Daten können wir nicht von einem Einbruch der Ausbildungszahlen in diesen Branchen sprechen“, betont Steinmetz. Den Unternehmen sei die Bedeutung der Ausbildung auch unter schwierigeren konjunkturellen Bedingungen bewusst. Zudem gebe es im Kreis Unternehmen, die im Sommer erstmals ausbilden möchten und händeringend Bewerber suchen.

(abu)