Lehrer des Quirinus-Gymnasiums in Neuss besuchen Partnerschule in Uganda

Quirinus-Gymnasium in Neuss spendet 10.000 Euro für Solaranlage: Zu Besuch bei den Kollegen in Uganda

Täglich fällt der Strom für mehrere Stunden aus, in der Regenzeit übertönt das strömende Wasser den Unterricht: Schüler und Lehrer in Uganda sind im Alltag mit Problemen konfrontiert, die hierzulande kaum vorstellbar sind.

Zwei Lehrerinnen des Quirinus-Gymnasiums wissen nun aus erster Hand, wie schwierig es ihre Kollegen haben. Beim Besuch der Partnerschule „St. Paul’s“ konnnten die Lehrerinnen mit dem Verein „Miteinander für Uganda“ ein großes Projekt vorantreiben: Im kommenden Frühjahr beginnt dank Spenden aus der Neusser Schule der lang geplante Bau der Solaranlage für die zwei Bibliotheken von „St. Pauls“.

50 bis 60 Schüler sitzen in der weiterführenden Schule in Uganda in einer Klasse. Trotzdem herrsche eine „unglaubliche Disziplin“, sagt die stellvertrende Leiterin des Quirinus-Gymnasiums, Bettina Goßmann. „Man kann eine Nadel fallen hören“, sagt Goßmann, die in diesem Herbst zum dritten Mal die Partnerschule besucht hat. Bildung sei in Uganda ein hohes Gut. „Für die Kinder dort ist Schule unglaublich wichtig, weil das der einzige Weg ist, der Armut zu entkommen“, so Goßmann. Mit dem Neusser Verein „Miteinander für Uganda“ arbeitet das Quirinus-Gymnasium seit Jahren zusammen, um diesen Weg zumindest ein Stück weit leichter zu machen. Für die Beteiligten ist es ein Herzensprojekt. „Unser Verein hat 150 Patenkinder, die wir vom Kindergarten bis zum Studium oder einer fertigen beruflichen Ausbildung begleiten“, erörtert Vereinsvorsitzende Anja Mecking.

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Seit 14 Jahren ist der Verein aktiv, jetzt überschritten die bisher gesammelten Spenden eine Million Euro. Ein Teil davon kommt vom Quirinus-Gymnasium: Die jüngsten Spenden kamen durch den Spendenlauf im September, für 10.000 Euro von dem gesammelten Geld wird nun die Solaranlage am „St. Pauls“ gebaut. „Die Energieversorgung ist eines der größten Probleme an der Schule“, berichtet Mecking. Um 18 Uhr sei es schon dunkel, in der Bibliothek säßen die Schüler aber, vor allem in Prüfungsphasen, gerne auch bis 22 Uhr. Täglich falle aber der staatliche Strom aus, für einige Stunden am Stück. Die Solaranlage ist damit essenziell für die Schüler. Mehr als 100 Brieffreundschaften sind über die Jahre zwischen Schülern des Quirinus-Gymnasiums und „St. Paul“ entstanden, die Besuche der Lehrer verstärken diese Beziehung. Goßmann fasst es so zusammen: „Wir leben nicht alleine auf der Welt, es gibt andere Schüler, die nicht so privilegiert sind. Das wollen wir unseren Schülern beibringen.“

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