Neuss: WDR-Big-Band coacht Quirinus-Schüler

Neuss: WDR-Big-Band coacht Quirinus-Schüler

Im Zuge des Musikvermittlungsprogramms Jazz@School reisen die Musiker des Westdeutschen Rundfunks durch NRW, um mit Schülern zu proben. Gestern gastierten die Profis am Quirinus-Gymnasium. Ein Besuch, der sich lohnen sollte.

Einmal im Jahr reist die Big Band des Westdeutschen Rundfunks (WDR) zwei Wochen durch Nordrhein-Westfalen und coacht junge Talente an weiterführenden Schulen. In diesem Jahr ist neben Bornheim, Euskirchen und Lohmar auch die Big Band des Neusser Quirinus-Gymnasiums dabei.

Die Reihe Jazz@School ist Teil des erfolgreichen Musikvermittlungsprogramms des WDR, mit dem der Sender pro Konzertsaison rund 55.000 Schülerinnen, Schüler, Kinder und Jugendliche erreicht. Außerordentlich beliebt sind zum Beispiel die "Dackl-Klassik-Konzerte" für fünf- bis zehnjährige Kinder mit Familien. Das Format "Kelebek im Konzert" wurde 2014 mit dem Deutschen Radiopreis in der Kategorie "Beste Innovation" ausgezeichnet. Die vier großen Musikgruppen des WDR - Sinfonieorchester, Funkhausorchester, Rundfunkchor und WDR-Big-Band - engagieren sich gleichermaßen im Musikvermittlungsprogramm.

Gestern coachten Profis der Big Band die entsprechenden Gruppen der schuleigenen Band. Die Quirinus-Schüler stellten sich den Mitgliedern der WDR-Big-Band, die in großer Zahl angereist waren, zunächst mit drei Stücken vor.

Unter der Leitung von Norbert von Zadow fiel sogleich auf, dass die jungen Musiker vor ihren "großen Kollegen" mit viel Selbstbewusstsein agierten. "The Pink Panther" von Henry Mancini kam auch in den Soli vollkommen sicher, beim Jazzstandard "A night in Tunisia" von Dizzy Gillespie machte Jan Schulenberg (Trompete) dem Komponisten alle Ehre.

"Man merkt, ihr hört aufeinander", hatte John Goldsby (Bassist bei der WDR-Big-Band) ein spontanes Kompliment für das Zusammenspiel. Mit je vier Posaunen, Saxophonen und Trompeten, Klavier, Drums und Percussion sowie Bassgitarre ist die Quirinus-Band gut besetzt. Je nach Stück kommt noch Jonas Esser (Querflöte) dazu. "Alle spielen auch im symphonischen Blasorchester der Schule", erläuterte Norbert von Zadow.

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Zur intensiven Arbeit verteilten sich die Instrumentengruppen auf unterschiedliche Räume, wo sie dann von den WDR-Jazzern gecoacht wurden. Dabei war auch Karolina Strassmeyer (Saxophon), 2004 die erste Frau in der WDR-Big-Band.

Inzwischen gibt es mit Shannon Barnett auch eine Blechbläserin. Die Zusammenarbeit zwischen den Schülern und "Lehrern" war äußerst detailliert: "Wenn wir über Feinheiten reden, wird nicht mehr gepfuscht", sagte John Goldsby, und richtete Worte an den Bassisten: "Für meinen Geschmack bist du einen Tick zu laut."

Olivier Peters, beim WDR Saxophonist, kümmerte sich um feine Nuancen beim Klavierspiel zum "Pink Panther", Andy Haderer (Trompete) hatte etliche Tipps für die beiden Quirinus-Schlagzeuger. Das kam dem unvoreingenommenen Beobachter als sehr fruchtbare Zusammenarbeit und - erstaunlich - irgendwie auf gleicher Augenhöhe vor. Musiker eben!

Die Ergebnisse des ausführlichen Coachings werden in der nächsten Woche in einem gemeinsamen Konzert vorgestellt.

(NGZ)