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Neuss: Kampf um Platz im Komitee

Neuss : Kampf um Platz im Komitee

Die Wahlen zum Komitee des Bürger-Schützen-Vereins werden spannend. Fünf Plätze könnten besetzt werden, doch Präsident Nickel hält vier Vorschläge für ausreichend. Armin Badort will auf eigene Faust kandidieren.

Es kommt einer kleinen Revolution in der scheinbar so heilen Schützenwelt gleich: Ohne vom Präsidenten gebeten zu werden und ohne Rückendeckung der Korpsführer wagt Armin Badort (49) die Kandidatur. Er will ins Komitee des Bürger-Schützen-Vereins und sieht in seine Bewerbung aus der Tiefe des Regiments "einen Beitrag zu etwas mehr Demokratie".

Wenn sich die Neusser Schützen heute Abend (20 Uhr) auf Einladung des Bürger-Schützen-Vereins im S-Forum der Sparkasse treffen, dann wird so große Spannung über der Jahreshauptversammlung liegen wie seit Jahren nicht mehr. Kommen meist nur hundert Getreue, um die Berichte zu hören und das Komitee zu entlasten, so erwarten heute viele Beobachter ein volles Haus. Der Grund: maximal fünf von bis zu elf Plätzen im Komitee (Vorstand) sind zu besetzen.

Turnusmäßig endet die dreijährige Amtszeit von Ralf Berger, Heiner Kaumanns und Robert Rath, die allesamt erneut kandidieren. Auf eine Wiederwahl verzichtet Heinz Welter aus persönlichen Gründen. Für ihn soll Michael Schmuck nachrücken. Darauf verständigten sich Komitee und Korpsführer einvernehmlich. Schmuck ist Vorstandsvorsitzender der Sparkasse — wie einst auch Welter — und marschiert seit einigen Jahren im Grenadierzug "Sportfreunde" mit.

Ein fünfter Platz ist vakant. Nach dem Tod von Claus Lappen wurde bisher kein Nachfolger gewählt. Das ist auch nicht erforderlich. Derzeit führt ein zehnköpfiges Komitee den Verein, denn Satzung sagt, dass neun bis elf Schützen das Komitee bilden; geborenes Mitglied ist der Oberst — aktuell Heiner Sandmann. Der elfte Platz soll nach Vorstellung von Komitee und Korpsführern zunächst frei bleiben. Für Januar 2012 ist eine Sitzung angekündigt, in der die "personelle Planung" für die Zukunft besprochen werden soll. Im Vorfeld sollen keine Fakten geschaffen werden.

Während Präsident Thomas Nickel ("Das Komitee versteht sich wie eine Zuggemeinschaft") auf ein starkes Mitspracherecht bei der Kandidatenauswahl pocht, wünschen sich viele Schützen ein offeneres Verfahren. Überrascht reagierten Teile der Schützen über die erneute Kandidatur von Heiner Kaumanns (72), der seit 26 Jahren dem Komitee angehört. Eine Altersgrenze für Komiteemitglieder gibt es nicht und Kaumanns sagt: "Ich bin gebeten worden, weiter zumachen. Dann drücke ich mich nicht." Kaumanns hatte in den vergangenen beiden Jahren maßgeblich das Sicherheitskonzept erarbeitet.

Armin Badort wird heute von seinem Schützenlustzug "Papas Stolz" vorgeschlagen: "Wir Schützen wollen Demokratie wagen."

(NGZ/jt)