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Neuss: Ein Leben für den SkF

Neuss : Ein Leben für den SkF

20 Jahre lang hat Monika Hutmacher im Vorstand des Sozialdienst katholischer Frauen gearbeitet, viele Einrichtungen und Angebote mit aufgebaut. Aus dem Amt scheidet sie mit der Forderung nach einer Basisfinanzierung für die freien Träger. Damit das soziale Netz nicht brüchig wird.

Das Wort von der "sozialen Großstadt Neuss" hat gerade auch durch die so genannten freien Träger seine Berechtigung. Ein Netzwerk, so ist Monika Hutmacher (68) überzeugt, mit dem die Stadt immer sehr gut gefahren sei. "Es wäre schade, wenn dieses Netz durch Einsparungen brüchig würde", sagte die Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), die gestern mit einer Feierstunde aus diesem Amt verabschiedet wurde.

20 Jahre hatte Hutmacher im SkF-Vorstand Verantwortung, 13 Jahre stand sie an der Spitze des Vereins, der Träger vieler Sozialeinrichtungen in Neuss ist und inzwischen einen Millionen-Haushalt bewegt. Und weil die Arbeit in Zeiten fortdauernder Sparbemühungen nicht einfacher werden, formulierte sie für ihre Nachfolgerin Stefanie Sassenrath (49) eine Forderung in Richtung Rat und Verwaltung: "Wir brauchen eine Basisfinanzierung für unsere Arbeit. Wir können nicht von einem Konzept zum anderen springen."

100 Jahre gibt es den SkF schon. Seinen Erfolg verdankt er der Tatsache, so Hutmacher, "dass er immer modern geblieben ist." Und weil er – trotz allmählicher überbordender Bürokratie – "immer neue Ideen entwickelt." Ideen für die Frauen in der Stadt, die der SkF mit seinen Einrichtungen über eine weite Strecke ihres Lebens begleiten kann. "Wir sehen, wo es brennt – und handeln. Nicht für die Betroffenen, sondern mit ihnen", wandelt Hutmacher das SkF-Mottos "hinsehen und handeln" ab. Präventiv und im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe.

Hutmacher stieg 1991 in den SkF und gleich auch in die Vorstandsarbeit ein. Damals war sie für das Arbeitsfeld Vormundschaften (heute: Betreuungen) zuständig. Im Verlauf der folgenden zwei Jahrzehnte aber wurde die inzwischen pensionierte Sonderschullehrerin in allen Arbeitsbereichen des Verbandes tätig. Stolz ist sie auf das "Haus im Weckhovener Feld", wo der SkF als Träger der Stadtteilarbeit mehrere Angebote unter einem Dach zusammengeführt hat. Ein Leuchtturmprojekt. "Das war meins", sagt Hutmacher vor allem aber mit Blick auf die psychosoziale Beratung für Frauen im Neusser Abschiebegefängnis. Dass die SkF-Sozialarbeiterin in diesem, am Dienstag geräumten Haus Schlüsselgewalt hatte, ist für sie Ausdruck einer Anerkennung für die SkF-Arbeit und Vertrauensbeweis zugleich.

Ans Herz gewachsen seien ihr alle Einrichtungen des Verbandes, sagt Hutmacher, die sich mit Blick nach vorne vor allem um die Zukunft der Sozialpädagogischen Familienhilfen sorgt. Ein Bereich, "der sehr anfällig ist". Und sie hofft, dass das Projekt "Guter Start ins Leben" zur Unterstützung junger Familien "nicht nur ein Projekt bleibt."

(NGZ)