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Neuss: Jugend will ihr "Haus" retten

Neuss : Jugend will ihr "Haus" retten

Beim NGZ-Ortstermin war der Unmut der Jugendlichen groß. Sie wollen das "Haus der Jugend" behalten. Die Lage sei zentral, eine Fusion mit dem Greyhound nicht sinnvoll. Gerade in der Jugendarbeit solle nicht gespart werden.

Die Diskussion um eine Schließung des "Haus der Jugend" ist in vollem Gange. "Aber wir geben nicht auf", sagt Tilmann Lonnes, Vorstandsmitglied des katholischen Trägervereins. "Das Haus hat knapp 40 Jahre verlässliche Arbeit geleistet und es hat nie Kritik seitens der Stadt gegeben." Er war einer von rund 50 Besuchern, die der Einladung der NGZ gefolgt waren, die gestern am Hamtorwall ihr Zelt aufschlug und wissen wollte, wie eine mögliche Zusammenlegung mit dem Greyhound Pier 1 aus Kostengründen bei den Neussern ankommen würde. Die Reaktionen waren überwiegend negativ.

Manuel Pink (30) und Bo Sadzik (24) sind sich einig: "Gerade im Jugendbereich sollte nicht gespart werden und besser mehr in die Bildung investiert werden." Dem stimmt auch Antoine Laba (12) zu. "Ansonsten hängen zu viele Jugendliche nur vor dem Computer herum." Zudem gäbe es ein Platzproblem wenn die beiden Jugendeinrichtungen zusammengelegt würden. "Wir haben hier viele Räume, die hoch frequentiert sind. Bei einer Fusion wäre das Greyhound ständig überfüllt", sagen Til Topeit (14) und Savvas Avramidis (27). Dann würden womöglich Kurse wegfallen wie der von Beatrice Bach (16). Sie gibt Hip-Hop-Kurse für andere Jugendliche.

Darüber hinaus waren sich alle einig, dass das "Haus" am Hamtorwall sehr zentral liegt. Für Sandro Biermann (13), Katharina Zwilling (14) und Lisa-Marie Wilczewski (14) ist ihre Schule direkt um die Ecke. "Hier können wir auf dem Nachhause-Weg noch eben vorbeigehen." Und auch die Busse fahren direkt vor der Tür ab.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die unterschiedlichen Zielgruppen die im "Haus" und im Greyhound angesprochen werden, merkt Kai Wennmacher, Sprecher der Linken an. Dem stimmen Julius Timpe-Peek (25) und Juosas Knaub (14) zu. Deshalb sei es wichtig, beide Häuser beizubehalten und der Jugend ein weiterhin vielfältiges Angebot zu bieten, sagt Bernd Steuer (30).

Zudem verkörpert das "Haus" eine gewisse Tradition für viele der Jugendlichen. Auch für Hausmeister Stefan Kiss (50). Seine Familie besucht das Haus bereits in dritter Generation regelmäßig. Er selbst geht seit 40 Jahren hier ein und aus. Und so geht es auch vielen Jugendlichen. "Das Haus ist ein Zufluchtsort für mich geworden", sagt Caroline Cirotzki. "Hier herrscht eine gemütliche und sehr familiäre Atmosphäre, die ich nicht missen möchte." Und dabei geht es nicht nur um die Räumlichkeiten. "Es geht um den Charakter, die Anbindung, die Persönlichkeit des Hauses", ergänzt Thomas Mesmer (31). "Man kann dieses Angebot nicht einfach durch ein anderes ersetzen."

(NGZ)