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Neuss: Kabarett total im TaS

Neuss : Kabarett total im TaS

Auf dem September-Spielplan des Theaters am Schlachthof stehen gleich zwei Kabarett-Festivals. Dabei geht das "Sommerkabarett" an vier Tagen über die Bühne, das "Migranten-Kabarett" läuft über vier Wochen.

Als Reinhard Mlotek die Reihe vor fünf Jahren startete, war es ein Experiment. Kabarett zur Sommerzeit, wenn die Theater geschlossen, die meisten Menschen im Urlaub sind oder zu Hause die Abende lieber im Freien genießen wollen?

Selbst in den heißen Sommern der vergangenen Jahre hat das "Sommerkabarett" im Theater am Schlachthof (TaS) funktioniert und brachte zudem den Vorteil, manche Größe der Szene engagieren zu können, die sich freute, neue Programme schon vor einem Tourstart ausprobieren zu können.

So hat sich die Reihe nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Künstlern etabliert — mit der Folge, dass der TaS-Geschäftsführer für die aktuelle fünfte Auflage wieder einmal bekannte Namen verpflichtet hat: Peter Vollmer, Nessie Tausendschön, Wolfgang Nitschke und Anka Zink. Und gebündelt hat er das Programm: Alle vier treten an vier Abenden hintereinander und nicht im Wochenabstand auf.

Vollmer erzählt, was passiert, "Wenn Männer zu sehr 40 werden" (Donnerstag, 1. September, 20 Uhr). Nessi Tausendschön nimmt ihre Zuschauer mit in "Die wunderbare Welt der Amnesie" (Freitag, 2. September, 20 Uhr); Wolfgang Nitschke verlangt von ihnen "Respekt" (Samstag, 3. September, 20 Uhr) und Anka Zink verspricht bei ihrem Auftritt "Wellness für alle" (Sonntag, 4. September, 19 Uhr).

Kabarett mit Abendessen

Während also das "Sommerkabarett" auf stabilen Beinen steht, wagt sich das TaS mit einem zweiten Kabarettprogramm auf neue Wege. "Kabarett & Co. — Kultur braucht Kulturen" ist es betitelt und steht unter dem Motto "Integration durch Lachen". Längst haben Söhne und Töchter aus Migranten-Familien sich einen Namen in der Szene gemacht, und Mlotek hat insgesamt neun von ihnen eingeladen, im September und Oktober ihr Können im TaS zu zeigen.

Den Auftakt am Freitag (23. September) macht Marek Fis, der sich als "Ostblocklatino — ein Pole legal in Deutschland" vorstellt (20 Uhr). Der 33-Jährige lebt seit 1988 in Deutschland, hat jetzt sein erstes Soloprogramm zusammengestellt.

Am Samstag (24. September) bestreiten drei Künstler den Abend — zugleich auch als Teil der Reihe "Kabarett-Kracher" mit Abendessen, wobei das Buffet in diesem Fall aus internationalen Spezialitäten besteht. Die türkischstämmige Meltem Kaptan ist dabei, ein 1980 in Gütersloh geborenes Multitalent: Sie singt, malt, moderiert, schreibt für Kollegen, schauspielert und führt Regie. Und seit 2008 macht sie auch Standup-Comedy, sieht sich dabei nicht als Barbie, sondern als "Petra mit türkischen Bäckchen".

"Im Auftrag des Paten" ist Roberto Capitoni unterwegs. Für den 1962 im Allgäu geborenen Deutsch-Italiener ist es das dritte Solo-Programm. Capitoni synchronisiert auch ("Der kleine Eisbär") und spielte in Kinofilmen mit ("Freundinnen und andere Monster", "Waschen, schneiden, legen"). Dritter im Bunde ist schließlich Serhat Dogan mit seinem Programm "Danke, Deutschland!

Ein Türke zwischen Kebab und Käsekuchen". Der Comedian wurde zwar 1974 in Köln geboren, ging aber in Izmir zur Schule und studierte dort auch. 2005 kam er nach Deutschland, wo er den Spuren seiner Schwester Hülya Dogan-Netenjakob folgte, die als Schauspielerin und Regisseurin bereits mit ihrem Mann Moritz Netenjacob viele Erfolge auf deutschen Bühnen feierte.

(NGZ/rl)