Spielplan 018/19 des Theaters am Schlachthof

Theater am Schlachthof in Neuss : Neue Kategorien für die Premieren im TaS

„Text & Töne“ und „Literaturtheater“ ergänzen Schauspiel, Kindertheater und Kabarett im neuen Spielplan des Theaters am Schlachthof.

Das Kindertheater und der Stunk bringen dem Theater am Schlachthof (TaS) die meisten Zuschauer – zusammen rund 17.790. Schauspiel und Kabarett ziehen rund 8500 Zuschauer ins Haus. „Insgesamt sind der Trend und die Auslastung sehr positiv, und wir sind sehr zufrieden mit der Spielzeit 2017/ 2018“, kommentiert Dennis Prang die Zahlen. Er ist am TaS zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Eine gute Basis also für die in der kommenden Woche startende neue Saison, die der Künstlerische Leiter Markus Andrae zusammen mit Prang vorstellt.

Dass unter den drei SchauspielPremieren gleich zwei deutschsprachige Erstaufführungen sind, war zwar nicht geplant, sagt der TaS-Chef lachend, aber macht ihn auch ein bisschen stolz. In die Kategorie „Dramödie“ passt seiner Meinung nach die „skurrile Geschichte einer Familie“, die die Rumänin Elise Wilk in „Die mittlere Lebenserwartung von Waschmaschinen“ erzählt. Besonders freut es Andrae und Prang, dass die Autorin die Premiere miterleben wird.

Die zweite Erstaufführung in deutscher Sprache folgt dann im Januar: „Man gewöhnt sich an alles, nur nicht an diesen Kerl“ des Niederländers Dirk v. d. Heuvel. Aber auch die dritte Premiere hat eine Besonderheit: „Zum ersten Mal, seit ich vor sechs Jahren die künstlerische Leitung des TaS übernommen hat, erlebe ich Harry Heib als Schauspieler: in dem Stück ,Feindliche Übernahme’ von Thomas Steinke“, sagt Andrae.

Dem Zuschauer zuliebe hat Andrae für den Spielplan neue Kategorien geschaffen. „Man mag es, wenn sich die Aufführungen gliedern lassen“, sagt er überzeugt. „Text & Töne“ zum Beispiel steht für Lesungen mit Musik. Dazu gehört etwa „Wer nie sein Brot im Bette aß, weiß nicht wie Krümel pieken“ (ab Oktober), das Andrae sich und Stefanie Otten auf den Leib geschrieben hat. Dabei geht es – um die Stulle. „Ich wollte schon immer mal was über Butterbrote machen“, sagt Andrae lachend und verspricht Variationen von selbigen auch für Zuschauer bei den Vorstellungen.

Richtiges „Musiktheater“ soll dagegen das erste Stück von TaS-Mitarbeiterin Monique Latour sein. Zusammen mit Lena Schüler hat sie „Foxtrott auf dem Drahtseil“ geschrieben. Musik der 1920er Jahre steht dabei auf dem Plan und das Stück in der Tradition bisheriger Erfolgsprogramme wie „Swing mit dem Feuer“ (ab September).

Als „Literaturtheater“ hingegen werden zwei Produktionen klassifiziert (beide von Andrae geschrieben). „Der lachende Hiob – Mynona Anonym“ sei „ein szenisches Porträt über Salomo Friedländer, der als Mynona „einer der bedeutendsten Vertreter der literarischen Avantgarde“ sei. „Er ist 1944 gestorben und heute vergessen“, sagt Andrae und hat den Termin mit den „Jüdischen Kulturtagen“ im April ganz bewusst gekoppelt. Zudem hat Andrae sich mit einem seiner Lieblingsautoren beschäftigt: Mark Twain, dessen Reisebeschreibungen er zu einem Stück „Mit Baedeker und Sonnenhut – ein Bummel durch Europa“ gemacht hat (ab März).

Im „Kindertheater“ gibt es ein neues Weihnachtsstück: „Das Gespenst vom Niederrhein“ von Judith Binias, die sehr frei mit Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“ umgeht. Kabarett mit der „Rathauskantine“ (zwei Ausgaben: 7. September, 29. November) und der Stunk gehören selbstverständlich auch zum Spielplan des TaS. Wobei der Stunk dieses Mal sehr spät Premiere hat: am 18. Januar.