Eva Veiders und Katja König sind "TheaterAktiv" am RLT Neuss

Rheinisches Landestheater Neuss : „TheaterAktiv“ will Menschen begeistern

Das Wort „Theaterpädagogik“ mögen Eva Veiders und Katja König nicht so gern – auch wenn sie diesen Bereich am RLT gestalten. Sie sehen sich als Duo und haben sich die Aufgaben aufgeteilt.

Eva Veiders ist eigentlich eine Seiteneinsteigerin. Genau wie ihre Kollegin Katja König. Zusammen sind sie das Team „TheaterAktiv“ im RLT und verantworten alles, was im engen und vor allem auch im weiten Sinn mit Theaterpädagogik zu tun hat. Wobei die beiden das Wort „Theaterpädagogik“ eigentlich nicht gerne hören. Das klingt in ihren Ohren zu steif und  beschreibt zudem nicht, was die beiden Frauen wollen: nämlich das Theater zu den Menschen bringen, egal, in welchem Alter sie sind.

„Natürlich bleiben unsere Ansprechpartner Schulen und Kitas“, sagt die 44-jährige Veiders unmissverständlich, „aber wir wollen auch andere Zielgruppen ansprechen.“ Junge Erwachsene zum Beispiel, und weil das Duo insgesamt programmatisch vorgeht, haben sie sich für den Begriff „aktiv“ entschieden. „Möglichkeitsräume“ wollen sie schaffen: „Das ist sicher eine pädagogische Idee“, sagt Katja König, aber ergänzt: „Nur lässt der Begriff ,Pädagogik’ sofort Schranken im Kopf entstehen.“

Die beiden Frauen kennen sich schon lange, haben etwa am Staatstheater Braunschweig zusammengearbeitet. Als klar war, dass Veiders als Dramaturgin am RLT anfängt, hat sie ihrerseits König vorgeschlagen. Die 43-Jährige hat bereits als Regisseurin gearbeitet, in Braunschweig das „Junge Theater“ verantwortet und überhaupt zahlreiche theaterpädagogische Projekte geleitet.

Die Arbeitsaufteilung für „TheaterAktiv“ sehen die beiden Frauen nicht so streng. „Ich bin allerdings eher für das Konzept zuständig“, sagt  Dramaturgin Veiders, König kümmere sich um die praktische Umsetzung und liefere auch viele Ideen. So hat sie für die Reihe „Kultur macht stark“  ein Projekt entwickelt, das sich der Frage widmet: „Wie finde ich eine Haltung und wie drücke ich sie aus?“

Ab Januar wird es einen neuen Jugendclub am RLT geben, den König leitet – neben den Theaterkindern und der Bürgerbühne. Gedacht ist er  für 13- bis 18-Jährige, „die ich erst mal kennenlernen und von denen ich wissen möchte, was ihnen wichtig ist“, sagt König. Am Ende steht dann wieder eine Aufführung – ob von einem eigenen Stück oder einem aus der Theaterliteratur will König erst dann klären, wenn der Club steht.

„Young Stage“, das Theaterfestival für junge Gruppen (nicht nur für Schulen), wollen sie stärken, sagen die beiden und wollen dafür wieder das Off-Theater ins Boot holen. Auch die Gespräche mit Schulen haben sie schon intensiviert: „Derzeit gibt es vier, mit denen wir über verbindliche Angebote über mehrere Jahre reden“, sagt Veiders. Dabei ginge es nicht nur um Vorstellungsbesuche, sondern auch um ein großes Begleitprogramm. Außerdem freuen sich beide schon jetzt auf die neue „Extra“-Reihe des RLT, die aufgesplittet wurde in „Extra – Wort“, „Extra – Klang“, „Extra – Spiel“ und „Extra – Talk“.

Das Rad neu erfinden wollen und werden die beiden Vertreterinnen von „TheaterAktiv“ wohl kaum. „Natürlich bauen wir auf dem auf, was das RLT in der Hinsicht schon geschafft hat“, sagen sie übereinstimmend, „aber wir können auch mehr und wollen viele Gruppen bedienen.“