Neuss: Die "boot" lässt Neusser Hotellerie kalt

Neuss : Die "boot" lässt Neusser Hotellerie kalt

Die Wassersportmesse profitiert vor allem vom Tagesgeschäft, was die Anzahl an Übernachtungsgästen verringert.

Rund 242.000 Menschen besuchten im vergangenen Jahr die "boot" in Düsseldorf. Heute startet die größte Wassersportmesse zum 49. Mal in den 16 Messehallen der Landeshauptstadt. Auch in diesem Jahr gibt es auf den insgesamt 220.000 Quadratmetern viel zu sehen: Bis zum 28. Januar können Besucher Boote und Yachten von insgesamt 1916 Ausstellern aus 68 Ländern begutachten. Für die Interessierten, die von weiter her kommen, können da auch die Hotels der angrenzenden Städte wie Neuss und Dormagen interessant werden, auch wenn die Messe vor allem Privatleute aus der näheren Umgebung anlockt.

"Für uns ist es eine ganz normale Woche, die etwas hochpreisiger ist", sagt Emre Sinanoglu, Hoteldirektor des Dorint-Hotels in Neuss. Die leicht erhöhte Auslastung hänge dabei aber nicht unbedingt mit der "boot" zusammen, sondern an einer derzeit generell erhöhten Nachfrage. "Die ,boot' ist da eher eine C-Messe", sagt Sinanoglu. In den höheren Kategorien A und B bewegen sich zum Beispiel die ProWein-Messe, die Interpack und die Medeca. "Die Medeca ist deutschlandweit einer der stärksten Messen und wird bei uns mit ,A' kategorisiert. Damit kann man die ,boot' nicht vergleichen." Bei solchen A-Messen seien Preissteigerungen zwischen 200 und 400 Prozent normal, wohingegen aktuell eine Erhöhung zwischen fünf und zehn Prozent vorliege.

"boot"-Besucher übernachten selten am Niederrhein. Foto: Thinkstock

Der Grund für die Kategorisierung ist nachvollziehbar: "Der überwiegende Teil der Besucher der ,boot' kommt aus dem Tagesgeschäft. Sie ist aber auch interessant für solche Personen, die weiter weg wohnen", relativiert Thomas Kolaric, Geschäftsführer des Deutschen Hotel-und Geschäftsverbandes. So seien die Anstrengungen seitens der Veranstalter, die Messe bundesweit zu bewerben, in den vergangenen Jahren gestiegen. Für die Hotellerie werde das zukünftig interessant, da die Auslastung weiter steige. "Grundsätzlich zieht die ,boot' aber auch heute Übernachtungsgäste an", sagt Kolaric.

Auch in Grevenbroich ist die Lage vergleichbar mit der in Neuss. Zwar erfreut man sich dort an einer guten Anbindung zum Bahnverkehr, was die Hotellerie profitieren lässt, allerdings sorgen auch dort eher andere Messen für eine gestiegene Bettenauslastung. "Die ,boot' ist für uns nicht die größte Messe, das kann sich aber kurzfristig noch ändern", sagt Maren Cheef vom Hotel Sonderfeld. Momentan nutze man aber die Zeit, um sich auf die anstehende Internationale Süßwaren-Messe in Köln vorzubereiten.

"Sicherlich ist die Auslastung in Düsseldorf etwas besser, allerdings ist die Bettenanzahl dort in den vergangenen Jahren derart gestiegen, dass ein Ausweichen in die umliegenden Ortschaften für die Messeaussteller und -besucher nicht nötig ist", sagt Marion Allard aus dem Hotel "Schloss Friedestrom" in Dormagen. Die "boot" habe deshalb keine Auswirkung auf die Auslastung, da die Fachmesse überwiegend von Privatleuten besucht werde, die morgens anreisen und abends wieder nach Hause fahren.

(jms)