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Hans-Peter Burs gibt nach 30 Jahren den Vorsitz beim Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen auf

Wechsel an der Spitze nach 30 Jahren : Heimatverein Neukirchen: Ära Burs endet

30 Jahre lang war Hans-Peter Burs Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins  Neukirchen. Jetzt will er die Vereinsführung in jüngere Hände abgeben. Bei den Vorstandswahlen am Freitag wird Burs nicht mehr kandidieren.

Die Jahreshauptversammlung des Heimat- und Verkehrsvereins Neukirchen am Freitag ist eine ganz besondere: Hans-Peter Burs tritt nach 30 Jahren an der Vereinsspitze als Vorsitzender ab. „Das ist ein guter Zeitpunkt, den Generationenwechsel fortzusetzen“, sagt der 72-Jährige Burs, der sich selbst als „Fossil im Vorstand“ bezeichnet. „Jüngere Leute haben andere Vorstellungen. Sie können die jüngere Generation besser motiveren, sich beim Heimat- und Verkehrsverein zu engagieren“, ist er überzeugt. Und eine Verjüngerung habe der Verein nötig. Zwar gibt es auch Kinder unter den Mitgliedern „Mein Stellvertreter Thomas Stralka hat seine ganze Familie angemeldet.“ Aber das Gros der „HVVler“ ist in gesetzten Jahren. „Unser Schnitt liegt bei Ende 60.“ Das sei bei der Gründung des Heimat- und Verkehrsvereins im Jahr 1957 noch ganz anders gewesen. „Es war einer der wenigen Vereine, die es im Dorf gab. Da traten die Dörfler mit Mitte, Ende 20 ein. Heute heißt es: Wenn ich in Rente bin, dann komm ich vielleicht zu euch . . .

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Burs ist waschechter Neukirchener – „Ich wurde im Bräm-Haus geboren“ –, er war Lehrer am Steinbart-Gymnasium in Duisburg (Sport, Erdkunde, Politik), aktiver Volleyballer, später Trainer und Schiedsrichter. In den Heimat- und Verkehrsverein trat er 1980 ein. „Das war beim Dorffest, da hatte er noch einen Stand in der alten Dorfschmiede.“ Fünf Jahre später war Burs Schriftführer im Vorstand, 1989 wurde er Nachfolger von Hellmuth Schulze-Neuhoff an der Vereinsspitze. Der schnelle Aufstieg sei ihm angetragen worden, sagt er. Die Vereinstätigkeit beim Westfälischen Volleyball-Verband war wohl eine gute Referenz.

Mag der Altersdurchschnitt der Mitglieder hoch sein, zumindest zahlenmäßig hat sich der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen unter Burs’ Führung gut entwickelt. „Ich hab ihn mit 330 Mitgliedern übernommen, heute sind wir 508.“ Das führt Burs auch auf die gute Arbeit des Vereins zurück. Er organisiert Reisen und Wanderausflüge, pflegt die Mundart und das Brauchtum (Maibaum, Nikolaus-Nachmittag, Osterfeuer zusammen mit dem Schützenverein). Und er mischt bei Fragen der Stadtentwicklung mit. In den vergangenen Jahren brachte sich der HVV ein, als es um das Konzept für die Dorfsanierung ging. Unvergessen ist die zeitweise emotional geführte Diskussion um die Namensgebung für den Denkmalplatz – bei der sich der Vereinsvorstand mit seinem Vorschlag, es beim angestammten Namen zu belassen, letztlich durchsetzen konnte. „Wir sind gegründet worden, um Bürgerinteressen zu vertreten. Ein Einzelner hat weniger Möglichkeiten der Einflussnahme als ein Verein“, sagt Burs, der bis 2015 auch zehn Jahre lang CDU-Mitglied im Rat der Stadt war. Nicht zuletzt sei der HVV auch ein Ansprechpartner für Neubürger, die Anschluss in der Stadt suchen. „Vielleicht wäre der Name Bürgerverein für uns passender.“

Dem HVV möchte Burs verbunden bleiben. „Das Reiseprogramm will ich weiter machen“. Aber nochmal zwei Jahre als Vorsitzender dranhängen – ausgeschlossen. „Ich hab 30 Jahre lang meine privaten Termine, sogar Urlaube, an den Vorstandterminen ausgerichtet“, sagt er. Damit ist für ihn endgültig Schluss.