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Deutlich weniger Einbrüche in Moers

Kriminalitätsentwicklung im Kreis Wesel : Deutlich weniger Einbrüche in Moers

Die Städte der Grafschaft sind sicherer geworden – sagt die Kriminalitätsstatistik. Trotzdem gibt es unsichere Ecken: zum Beispiel in der Moerser Innenstadt.

Die Lage in Moers

Wenn es um das Thema „Kriminalität“ geht, gehen Gefühl und Realität oft auseinander. Das ist bekannt. Für Moers heißt das: Wer in der Grafenstadt lebt, arbeitet oder ausgeht, kann sich heute im Schnitt sicherer fühlen als in den Jahren zuvor. Das jedenfalls geht aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Polizei im Kreis Wesel hervor, die Landrat Ansgar Müller als Behördenleiter jetzt vorgelegt hat. Konkret ging die Zahl der erfassten Straftaten von 8260 Fällen im Jahr 2015 auf 6676 Fälle 2018 zurück. Leicht gesunken ist allerdings auch die Aufklärungsquote: von 49,4 auf 46,4 Prozent. Gewaltkriminalität macht in Moers einen vergleichsweise geringen Anteil – nämlich 3,86 Prozent bezogen auf alle Straftaten – aus. Wurden 2015 noch 277 Fälle gemeldet, waren es 2018 258. Besonders deutlich ist die Zahl bei Raubdelikten gesunken: von 103 im Jahr 2013 auf 64 in 2018. Trotzdem – auch das bestätigt die Polizei – gibt es nach wie vor „Angsträume“, in den das Grummeln im Bauch in den Abendstunden berechtigt ist. Der Abschnitt der Homberger Straße vom Bahnhof bis zum Kö gehört dazu. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln derzeit gegen eine Gruppe von gut 20 jungen Tätern unter 18 Jahren, die mit Raub, Körperverletzung, Nötigung und anderen Delikten in der Moerser Innenstadt auffallen. In die Ermittlungen einbezogen ist auch das Jugendamt.
Die Lage in Kamp-Lintfort

Auch in Kamp-Lintfort ist die Zahl der angezeigten Straftaten in den vergangenen Jahren gesunken: von 2532 in 2015 auf 2353 in 2018. Nicht ganz so deutlich wie in Moers fiel dabei das Minus bei den Wohnungseinbrüchen aus. Während in der Grafenstadt die Fälle, in denen Straftäter in Wohnungen oder Häuser einbrachen, um gut die Hälfte zurückgegangen ist (von 482 in 2015 auf 217 in 2018), sank die Zahl in Kamp-Lintfort „lediglich“ von 81 in 2015 auf 71 in 2018.

Grundsätzlich, sagt die Polizei, mache sich bemerkbar, dass seit Jahren intensiv gegen Wohnungseinbrüche vorgegangen werde. In vielen Fällen, heißt es, scheiterten die Täter heute an gut gesicherten Fenstern und Türen oder an aufmerksamen Nachbarn. Leicht gestiegen ist in Kamp-Lintfort derweil die Zahl der Kfz-Diebstähle. Wurden 2015 noch 12 gemeldet, waren es 2018 16. Fahrräder stehen bei Dieben in der Klosterstadt dagegen offenbar weniger hoch im Kurs: 175 wurden in 2015 entwendet, 139 in 2018.

Als wachsendes Problem kristallisiert sich derweil das große Thema „Drogen“ heraus: Wurden im Jahr 2015 noch 92 Rauschgiftdelikte gemeldet, waren es 2017 bereits 124 und 2018 202. Die Gesamtaufklärungsquote aller Straftaten lag in Kamp-Lintfort im vergangenen Jahr bei 60,7 Prozent.
Die Lage in Neukirchen-Vluyn

Nicht ganz so gut wie im Durchschnitt in Moers und Kamp-Lintfort stellt sich die Kriminalitätsentwicklung in Neukirchen-Vluyn dar. Auch dort sind die Fallzahlen insgesamt zwar gesunken: von 1612 im Jahr 2015 auf 1588 Fälle in 2018. Bestimmte Delikte kamen dort im vergangenen Jahr aber häufiger vor. Mehr geworden sind zum Beispiel Vorfälle, in denen in irgendeiner Form Gewalt mit im Spiel war. Wurden in 2015 in Neukirchen-Vluyn noch 29 Gewalttaten offiziell registriert, waren es 2016 bereits 50 und 2018 57.

Im Vergleich zum Jahr 2013 häufiger vorgekommen sind unter anderem gefährliche und schwere Körperverletzungen (39 Fälle in 2013, 45 in 2018).

Öfter angezeigt wurden im vergangenen Jahr auch Vorfälle, die für die Polizei in den Bereich der „Sexualdelikte“ fallen: 14 nämlich. Im Jahr 2015 gab es in Neukirchen-Vluyn acht Fälle.

Dass die Zahl der Sexualdelikte generell gestiegen ist, begründet die Kreis-Polizei damit, dass mittlerweile auch die sexuelle Beleidigung zum Tatkomplex zählt. Bei der Statistikpräsentation hob Landrat Ansgar Müller hervor, dass sich unter den Tatverdächtigen für die kreisweit 31 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung lediglich zwei „aus dem Täterkreis der Flüchtlinge“ befanden.