Die Ära des Kühnel-Hauses in Neukirchen-Vluyn geht zu Ende.

Awo in Neukirchen-Vluyn : Die Ära des Kühnel-Hauses geht zu Ende

Stöpselparty im Awo-Heim an der Max-von-Schenkendorf-Straße: Ehrenamtliche Helfer und Besucher verabschiedeten sich von dem Gebäude, das 70 Jahre lang eine Heimat bot. Im Mai wird es abgerissen. Es entsteht ein Neubau.

Vor 70 Jahren wurde das Awo-Heim an der Max-von-Schenkendorf-Straße gebaut. Nach der Gründung des Ortsvereins in Neukirchen-Vluyn im Jahr 1946 war es dem Engagement von Oskar Kühnel zu verdanken, dass die Raumnot nach dem Krieg ein Ende fand. Endlich gab es einen großzügigen Raum der Begegnung. Über die Jahrzehnte fanden hier viele Menschen Unterstützung, Solidarität, Gemeinschaft. Die Ära des „Oskar-Kühnel-Hauses“ samt seines 1978 errichteten Anbaus ist nun zu Ende gegangen. Mit einer „Stöpselparty“ wurde am Sonntag offiziell Abschied gefeiert.

Das größtenteils ehrenamtliche Team um den Ortsvereins-Vorsitzenden Jochen Gottke hatte zum gemeinsamen Schmausen und Klönen eingeladen. Der Stöpsel wird gezogen, das bedeutete am Sonntag ab 11 Uhr gemeinsames Abschiednehmen von der vertrauten Begegnungsstätte. Die Stimmung war trotz des traurigen Anlasses fröhlich, der große Raum bis auf den letzten Platz gefüllt. Gottke erinnerte an die Anfänge des Gebäudes und die vielen ehrenamtlichen Helfer, deren Blut und Schweiß im Haus stecken. Alle Gäste waren aufgerufen, das Interieur des Hauses mit nach Hause zu nehmen: In der „Flatrate“ von fünf Euro waren neben einem leckeren Frühstück, Grillwürstchen und Getränken auch die Tischdeko und die Pokale enthalten, die der Skatverein im Laufe der Jahre angesammelt hat. Leiter des Skatclubs und Ortsvereins-Kassierer Willi Kenzer erinnerte sich an viele gesellige Skatabende und an die Jahresmeisterschaften, für die diese Pokale angefertigt wurden.

Angebote wie das Marktfrühstück, der Bingo-Nachmittag und die Sitzgymnastik werden von den älteren Besuchern dankbar angenommen. Zwei, deren Herzen ebenfalls eng mit den Räumlichkeiten verbunden sind, sind Else Zenkner (87) und Käthe Jargstorff (85). „Es war immer schön hier“, sagten die beiden treuen Seelen. Ihre verstorbenen Ehemänner gehörten zu den „Bastelmännern“, die im Keller des Hauses gemeinsam mit Holz gewerkelt haben. Günter Patzke sorgte dafür, dass auch größere Teile einen neuen Besitzer finden: „Einige Möbel, Computer und sogar Heizkörper sind bereits verkauft“, erzählte er. Bei aller Rückschau waren sich alle einig: „Es wird vielleicht bald noch schöner!“ Denn da, wo im Mai der Abriss des Oskar-Kühnel-Hauses erfolgt, entsteht ein Neubau. Das moderne Gebäude soll sich mit einer einladenden Terrasse zur Straße öffnen und neben der Begegnungsstätte ein Tagespflege-Heim beherbergen. Bis es soweit ist, finden alle Angebote im benachbarten St.-Michaelsheim der katholischen Gemeinde statt. Das Büro befindet sich für die Übergangszeit von rund 15 Monaten im Sparkassengebäude an der Poststraße. Wer noch Interesse an Interieur hat, kann sich bei Günter Patzke unter 0175 6932806 melden. Preise sind VS.