Sieben auf einen Streich für Spielmannszug in Rheurdt.

Musik in Rheurdt : Sieben auf einen Streich für Spielmannszug

Die Flötisten und Trommler im Marine Spielmannszug Blau-Weiß Schaephuysen sind Freunde. Sie suchen neue Mitspieler. Jeder ist willkommen.

Sophia Wormann ist musikalisch. „Ich spiele Gitarre und ich singe“, erzählt die 14-jährige Schaephuysenerin, die die 9. Klasse des Julius-Stursberg-Gymnasiastin in Neukirchen-Vluyn besucht. „Und ich spiele Querflöte.“ Im September 2015 schloss sie sich dem Marine Spielmannszug Blau-Weiß Schaephuysen an, wie die 18-jährige Flötistin Antonia Rögels, mit der sie sich sofort anfreundete. „Damals sind sieben Neue auf einen Streich zu uns gekommen“, erzählt Gerda Buchwald, die im Spielmannszug Lyra spielt und sich als Zeugwartin um die Uniformen kümmert. „Sie sind schnell Freunde geworden.“

Gerne würde der Spielmannszug wieder sieben Neue auf einen Streich gewinnen, weil einige junge Spieler nicht mehr regelmäßig kommen können, zum Beispiel weil sie heute in der Ausbildung oder im Studium sind. „Jeder Verein sucht Nachwuchs“, erzählt Vorsitzender Stefan Sonfeld. „Dabei sind wir mit 35 Aktiven gut aufgestellt, davon zehn Jugendliche bis 18 Jahren. Der Zusammenhalt und die Freude an der Musik verbinden. Bei uns sind Spieler von acht bis 80 Jahren aktiv.“ Dieser Zusammenhalt ist zu spüren, wenn die Trommler, Flötisten und Lyraspieler jeden Freitagabend ab 20 Uhr im Pfarrheim an der Grünstraße in Schaephuysen proben. Oder wenn sie ihre Ausflüge unternehmen. Zum Beispiel besuchten sie 2017 das Schützenfest von Buxtehude westlich von Hamburg. „Wir haben eine Freundschaft mit dem dortigen Schützenverein“, erzählt Gerda Buchwald. „Damals sind wir auch in Hamburg gewesen. Davon erzählen heute noch alle, die dabei waren.“ Neben den großen Jahresausflügen kommen die Auftritte im Ökodorf und am Niederrhein. Der Spielmannszug spielt zum Beispiel beim Tag des Baumes, bei der Kirmes oder bei den Martinszügen. Oder er gibt Ständchen zu Geburtstagen und Jubiläen.

„Wir sind gefragt und können nicht alle Anfragen annehmen“, sagt Stefan Sonfeld. „Deshalb freuen wir uns über Rheurdter und Schaephuysener, die mitmachen wollen.“ Neue Mitglieder müssen keine musikalischen Vorkenntnisse haben. „Viele haben einen enormen Respekt davor, ein Instrument zu erlernen“, sagt Tambourmajor Jürgen Buchwald, der die Proben leitet. „Ganz ohne Fleiß geht es nicht. Es ist aber bei weitem nicht so dramatisch, wie es sich viele vorstellen.“

Immer wieder übt er mit den Spielern neue Lieder ein, zurzeit das Fliegerlied „Flieger, grüß mir die Sonne!“ aus dem Film „F.P. antwortet nicht“, das durch Hans Albers bekannt wurde. „Es ist ein Lied, das im Ohr bleibt“, erzählt Sonfeld.