Rheurdt muss 1,2 Millionen ins Kanalsystem stecken.

Neuer Generalentwässerungsplan : Rheurdt muss 1,2 Millionen ins Kanalsystem stecken

Der neue Generalentwässerungsplan definiert 24, zum Teil dringliche Baustellen. Ein Grund ist zunehmender Starkregen.

Der Gemeinderat hat den neuen Generalentwässerungsplan für Rheurdt zur Kenntnis genommen. Er zeigt für die Regenwasserkanalisation der Gemeinde 24 Sanierungsbereiche auf, die nach ihrer Dringlichkeit in kurz-, mittel- und langfristig eingestuft werden. Insgesamt ermittelte der beauftragte Gutachter einen Sanierungsaufwand von 1,24 Millionen Euro – für die nächsten Jahre. In die dringendsten Maßnahmen sind davon 536.000 Euro möglichst rasch zu investieren. Im Bereich der Schmutzwasserkanäle bestehe derzeit kein Handlungsbedarf. Schmutzwasser und Regenwasser werden in Rheurdt getrennt voneinander abgeleitet.

Am dringendsten schätzt der Gutachter den Sanierungsbedarf der Regenwasserkanalisation im Bereich von Kirchstraße, Kaplaneistraße und Rathausstraße ein. Dort seien zum einen noch nicht alle Hinweise aus dem Vorgänger-Plan von 1997 abgearbeitet. Zudem sei mit dem Finmanshof eine neue Erschließungsfläche hinzugekommen. Weiteren Sanierungsbedarf gebe es in der Wallstraße und am Hochend zwischen Krokusweg und Henningsweg. Zudem führten nachträglich gebaute Häuser am Heideweg zu einer zeitweisen Überlastung des Kanalsystems.

Dass die Regenwasserkanalisation in ihrem derzeitigen Zustand nicht ausreicht, hat laut dem Gutachter mehrere Ursachen. Zum einen hätten – klimabedingt – die „Starkregenereignisse“ deutlich zugenommen. Hinzu kommt die Lage von Rheurdt an der Ostflanke des Schaephuysner Höhenzugs. Sobald es stark regnet, fließt dort das Wasser an der Oberfläche wild ab. Es können Straßen zeitweise überflutet werden. Hier wurden in den vergangenen Jahren bereits Kuhlen angelegt, in denen Regenwasser versickern kann. Die Landwirte haben die Hänge bepflanzt, damit bei einem Schauer das Regenwasser nicht geradewegs im Schuss zu Tale rauscht. Private Grundstücksbesitzer haben ebenfalls Vorsorge gegen eine plötzliche Überflutung getroffen. Und werden in dem Generalentwässerungsplan eindeutig aufgefordert, dies auch weiterhin zu tun.

Zum anderen aber habe die Gemeinde Rheurdt die Sicherungsanforderungen gegen Überflutung erhöht. Während man früher eine Regenwasser-Überschwemmung alle drei Jahre hingenommen hat, darf solch ein „Überstau“ nun nur noch alle fünf Jahre erfolgen. Auch aus dieser Vorgabe erwachse ein Teil nun aufgelisteten Sanierungsarbeiten, so der Gutachter.

Die Bauverwaltung will nun die Liste der 24 Sanierungsbereiche jeweils mit anstehenden Bauarbeiten abgleichen – damit eine Straße nicht mehrfach zur Baustelle werden muss.