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Nettetal: Ohne Narkose in den Operationssaal

Nettetal : Ohne Narkose in den Operationssaal

Das Städtische Krankenhaus Nettetal in Lobberich öffnete seine Türen für Besucher. Die warfen einen Blick in Bereiche, die Patienten und Gästen normalerweise verwährt bleiben.

Selten ist ein Besuch im Krankenhaus entspannt und angenehm. Am Samstag allerdings war das der Fall: Das städtische Krankenhaus Nettetal öffnete für einen Tag seine Pforten, um allen Neugierigen einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Die meisten waren wohl schon einmal in einem Krankenhaus, die wahrscheinlich interessantesten Bereiche des Hauses kennen sie jedoch gar nicht.

Ein Besucher war erst vor wenigen Monaten operiert worden, aber als er den Operationssaal betrat, war er dennoch erstaunt. "Schließlich sehe ich diesen Raum zum ersten Mal. Letztes Mal hat mich das Narkosemittel vor dem Anblick dieser Gerätschaften bewahrt", erklärt der 57-jährige mit verschrecktem Blick in Richtung der chirurgischen Instrumente. Ebenso ahnungslos stehen Heinz und Erika Backes in der Dialyse. Zwar wissen sie, dass hier eine künstliche Blutwäsche bei Patienten mit schweren Nierenerkrankungen vorgenommen wird, doch erklärt Schwester Regine ihnen ganz genau, wie diese großen Maschinen Giftstoffe überhaupt aus dem Blut ziehen und es gleichzeitig mit wichtigen Nährstoffen anreichern.

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Auch Kurzuntersuchungen wie die Ultraschallanalyse der Schilddrüse oder die Aufklärung über das Herzinfarktrisiko waren beim Tag der offenen Tür sehr gefragt. Zum Mitmachen luden einige Aktionen in der Physiotherapie-Abteilung "Nette-Vital" ein. Auf einem Balance-Board versuchten vor allem Kinder ihr Glück. Exakt ausgeglichen zu stehen oder gar das Gewicht punktuell von einem Bein auf das andere zu verlagern, ohne aus dem Gleichgewicht zu kommen, ist gar nicht so einfach. Das musste auch Anna einsehen. Aber die Grundschülerin ist ja auch eigentlich aus einem anderen Grund hier. Sie will später Rettungshelferin werden und selbst den Krankenwagen fahren.

Mit großen Augen sieht sie von den Schultern ihres Vaters zu, wie zwei Feuerwehrautos und ein Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn auf den Parkplatz des Krankenhauses fahren. Uniformierte mit schweren Anzügen und gelben Helmen stürzen aus den Einsatzfahrzeugen auf ein Autowrack zu. Das Notfallteam demonstriert die Bergung und Erstversorgung eines Schwerverletzten nach einem folgenschweren Unfall. "Jetzt wird es spannend", flüstert Anna ihrem Vater aufgeregt ins Ohr. Trotz großer Rettungsscheren müssen die Feuerwehrmänner ihre ganze Kraft aufwenden, um das normale Auto in nur wenigen Minuten in ein Cabrio zu verwandeln. Während der Verletzte aus dem offenen Auto geborgen wird, kommentiert der Chefarzt der Chirurgie des Nettetaler Krankenhauses, Dr. Michael Blum, das Geschehen für das Publikum. "Obwohl das Vorgehen sehr hektisch erscheint und in einem Ernstfall natürlich auch Emotionen den Ablauf erschweren, sind die Aufgabenbereiche bereits im Vorfeld festgelegt", versichert Blum und berichtet, wie die weitere Versorgung des Patienten sichergestellt wird. Für Anna steht nach dieser Demonstration umso mehr fest: "Das ist mein absoluter Traumberuf!"

(mat)