Nettetal: Start zum Abbruch des Niedieck-Werks

Nettetal: Start zum Abbruch des Niedieck-Werks

Der Abbruch- und Sanierungsunternehmer Laarakkers hat die Hälfte der Flächen bereits verkauft. Hier entsteht ein Wohngebiet für etwa 850 Menschen. Von Dezember bis April sollen alle vorhandenen Gebäude abgerissen werden.

An der "höheren Angestelltenlaufbahn" des einstigen Niedieck-Werks in Lobberich, die die Färberstraße überspannt, nagt die Schaufel eines starken Baggers. Abbruchspezialist Laarakkers hat gestern mit dem Abriss dieses charakteristischen Bauwerks an der Rückseite des einstigen Textilunternehmens begonnen. Das sei der "Abbruch für den Aufbruch", sinnierte die Technische Dezernentin Susanne Fritzsche. Richtig abgebrochen wird aber erst im Dezember.

Kaufpreis für Laarakkers war ein Euro

Abbruch, Rückbau und Recycling sind die Spezialität des niederländisch-deutschen Unternehmens, das schon seit längerer Zeit auf dem Gelände tätig ist. Laarakkers hat das Werk für einen Euro erworben, um es niederzulegen, den Boden zu sanieren und so den Weg frei zu machen für die Neuplanung. Zwischen Niedieck- und (Oberer) Färberstraße soll nach den Plänen der Stadt in mehreren Schritten ein stark durchgrüntes Wohngebiet entstehen. Zur Oberen Färberstraße hin ist ein Mischgebiet zum Wohnen und Arbeiten geplant.

"Wir haben etwa die Hälfte der Flächen verkauft", berichtete Wiljan Laarakkers. Sein Unternehmen werde zwischen Mitte Dezember und Ende April die Gebäude beseitigen. Rund 98 Prozent des Abbruchgutes verwertet das Unternehmen, ob Steine, Metall, Holz oder andere Stoffe. Nur Asbest und KMF (Künstlicher Mineralfasern) werden als Abfall beseitigt. Laarakkers-Mitarbeiter Merlijn Güppertz ist zuversichtlich, dass dem Unternehmen bei den Abbrucharbeiten unangenehme Überraschungen erspart bleiben. Der Boden ist weitgehend untersucht und, bis auf einige Asbest-Bereiche, bisher frei von Belastungen. Ob sich unter den tief ins Erdreich hineingebauten Kellern noch etwas befindet, konnte bisher nicht geprüft werden. "Wir werden sehen, was sich dort ergibt", meinte Güppertz gelassen.

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Abbruch im Winter hat den Vorteil, dass man keine brütenden Vögel stört

Der hoch über der Straße befindliche Verbindungsgang soll am morgigen Mittwoch endgültig abgetragen sein. Im Oktober wird mit der Schadstoffsanierung begonnen, damit ab Dezember abgebrochen werden kann. Die zuständigen Behörden bearbeiteten die entsprechenden Anträge, Laarakkers ist sicher, dass sie bis Dezember genehmigt sind. Abbrucharbeiten im Winter kommen dem Unternehmen gerade recht. Es muss in dieser Zeit nicht auch noch artenschutzrechtliche Auflagen erfüllen. "Da brütet schließlich kein Vogel", schmunzelte die Technische Beigeordnete.

Sobald das Gelände abgeräumt und der Bebauungsplan verabschiedet ist, kann Laarakkers mit den Erschließungsarbeiten beginnen. Das Unternehmen baut das Straßengerüst und sorgt für die Ver- und Entsorgung auf Basis der Planungen. Die Erschließungsanlagen (Straßen, Gehwege usw.) gehen dann über in den Besitz der Stadt, die für Pflege und Unterhaltung zuständig sein wird. Etwa 350 Wohneinheiten für rund 850 Menschen werden hier entstehen. Zweifel am Erfolg hat der Unternehmer Laarakkers nicht. "Ich bin ständig auf der Suche nach weitere Flächen", sagte er. Die Pläne der Stadt für das Wohngebiet in unmittelbarer Nähe zum Niedieck-Park seien sehr attraktiv. Veräußern wird er überwiegend an Bauträger. "Es kann sein, dass einzelne Flächen dann noch an Privatpersonen gehen."

(RP)
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