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Nettetal: Kommentar: Zählt nicht mehr jede Minute?

Nettetal : Kommentar: Zählt nicht mehr jede Minute?

Es ist kaum zu ertragen, was sich da zwischen Angehörigen und Nachbarn von Notfall-Patienten in Kaldenkirchen und der Leitstelle des Kreises Viersen beziehungsweise herbeigerufenen Rettungssanitätern abgespielt hat.

Zwei Menschen sind in höchster Not, der eine stirbt, der andere liegt bis heute stationär im Krankenhaus. Frühere und schnellere, womöglich Leben rettende Hilfe wäre in beiden Fällen möglich gewesen. Die Deutsche Herzstiftung wirbt mit dem Satz "Herzinfarkt – jede Minute zählt", und inzwischen weiß jeder, dass bei einem Schlaganfall die Chancen für den Patienten steigen, je früher er Hilfe bekommt. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Leitstelle Anrufer in ein Frage-und-Antwort-Spiel um Vorgeschichten und die Bereitschaft des Patienten verwickelt, ob er ins Krankenhaus will oder nicht – und davon abhängig gemacht wird, ob die angeforderte Hilfe geleistet wird. Selbst wenn die rechtlichen Bestimmungen, auf die sich die Leitstelle beruft, zutreffen, dürfen sie nicht über Leben oder Tod eines Patienten entscheiden. Natürlich ist jeder erst einmal für sich selbst verantwortlich. Aber in Extremsituationen ist das etwas Anderes. LUDGER PETERS

(RP)