Erkelenz: Neue Leitstelle in Betrieb

Erkelenz: Neue Leitstelle in Betrieb

Wer die 112 wählt, erreicht die Mitarbeiter des Feuerschutzzentrums in der neuen Leitstelle Erkelenz.

Die Räume, wo alle Einsätze aus dem gesamten Kreisgebiet bearbeitet und koordiniert werden, sind jetzt in Erkelenz in allen Belangen an den aktuellen Bedarf angepasst. Das teilt die Kreisverwaltung Heinsberg mit. Für das Leitstellenpersonal stehen sieben Einsatzleitplätze auf 230 Quadratmetern zur Verfügung sowie vier Sondereinsatzleitplätze, die bei außergewöhnlichen Lagen genutzt werden können.

Dort wurde die Kapazität von fünf Arbeitsplätzen auf 100 Quadratmetern neu dimensioniert, so dass sie dem gestiegenen Einsatzaufkommen entspricht und bei steigender Tendenz noch Raum für Erweiterung bietet. "Im Moment liegen wir bei etwa 100 Feuerwehr- und Rettungsdienst-Einsätzen am Tag", sagt Thomas Kähler, Leiter des Feuerschutzzentrums.

Mit Kartenmaterial können sie sich einen Überblick über Wetterlagen oder Nachrichten verschaffen. Foto: Kreis Heinsberg

Die technische Ausstattung, die in den alten Räumen noch aus dem Jahr 2004 stammte, ist jetzt an den aktuellen Standard angepasst. Die Telefon- und Funktechnik wurde in den digitalen Bereich überführt. Jetzt basiert der Leitstellenbetrieb auf IT-gestützten Leitsystemen und Notrufabfragesystemen.

Auf den sieben Bildschirmen je Arbeitsplatz erhalten die Mitarbeiter alle einsatztaktisch notwendigen Informationen zu Einsatzkräften, Straßen, Objekten, besonderen Gefahren, Alarmierungen, Kapazitäten von Intensiv-Betten im Krankenhaus und können sich mit Kartenmaterial einen Überblick über Wetterlagen oder Nachrichtenschilderungen verschaffen.

Ein Mediensystem von acht Großbildschirmen kann ebenfalls alle genannten Beispiele abbilden, ermöglicht eine gemeinschaftliche Betrachtung und vereinfacht einen gleichen Informationsstatus bei allen Mitarbeitern. Ein zusätzlich ausgestatteter Stabs-Raum dient als Besprechungsraum ohne den Leitstellenbetrieb zu stören und kann bei der Verfolgung von Großereignissen oder Krisenfällen zum Einsatz kommen.

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Neu ist außerdem die redundante Ausstattung der Leitstelle. Es gibt doppelte und baulich getrennte Technik- und Serverbereiche, so dass bei einer Störung durch Stromausfall oder Brand in einem Bereich der Leitstellenbetrieb weiter gewährleistet ist. Mit dem fest installierten Stromgenerator könnte die Leitstelle sogar weiterhin rund 72 Stunden autark arbeiten.

Die technische Umstellung der Notruf-Leitungen verlief nach Angaben der Kreisverwaltung problemlos. Zunächst wurde der Betrieb auf die Redundanz-Leitstelle im Kreishaus umgeleitet. Drei Tage arbeiteten die Mitarbeiter in den Räumen der Kreisverwaltung in drei Schichten zu je acht Stunden.

"Die Ausweichmöglichkeit auf die Redundanz-Leitstelle im Kreishaus war für uns sehr komfortabel. So konnten wir in der neuen Leitstelle noch ein paar Tests durchführen", sagt Dirk Hartmann, stellvertretender Leiter des Feuerschutzzentrums in Erkelenz. Er hat den "Umzug" der Leitstelle vom Kreishaus aus begleitet.

Der nächste Schritt, nachdem noch ein paar Restarbeiten wie der Aufbau zusätzlicher Möbel in der neuen Leitstelle fertiggestellt worden sind, ist nun der Bau einer neuen Fahrzeughalle auf dem Gelände des Feuerschutzzentrums. Geplant ist, dass alle Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sind. Dann wird es im Rahmen einer Einweihung eine Präsentation des Feuerschutzzentrums geben.

(RP)