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Nettetal: Zwölf Arbeiten für Berlin

Nettetal : Zwölf Arbeiten für Berlin

Im Lobbericher Kunsthaus Minten schaffen Frauen und Männer mit geistiger Behinderung Bilder, die ab Ende November im Paul-Löbe-Haus gezeigt werden. Die Künstler wohnen in Häusern der Lebenshilfe.

Vor zwei Jahren hat die "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung im Kreis Viersen" das Projekt "Kunst und Gestalten" initiiert. Die Stadt Nettetal griff die Idee auf — und zeigte die Werke in einer Ausstellung im Rathaus in Lobberich unter dem Titel "Afrika". Zwölf Arbeiten werden Ende November im Paul-Löbe-Haus neben dem Reichstagsgebäude in Berlin gezeigt.

Zu ihren künstlerischen Arbeiten hatten sich an jedem zweiten Samstag im Monat im Atelier des Künstlerehepaares Salvatore Minten und Brigitte Rathner-Minten behinderte Menschen getroffen. Sie leben in Nettetal in Wohngruppen der Lebenshilfe. Alle waren mit Begeisterung und viel Fantasie dabei und setzten das Thema "Afrika" auf Tapetenrollen, Leinwänden und anderen Materialien um. Es entstanden Krokodile, Zebras, Giraffen, Dämonenmasken und sogar echte Regenmacher.

Viele Werke verkauft

Ihre Kunstwerke hatten sich die Frauen und Männer zunächst gedanklich vorgestellt. Ihre Umsetzung entwickelten sie dann mit dem Künstlerehepaar. Jetzt hat Salvatore Minten den zweiten Teil des Afrika-Projektes in Angriff genommen. "Die Arbeiten der behinderten Menschen aus dem Kreis Viersen ziehen um nach Berlin", berichtet Minten. Viele Werke aus der ersten Serie seien verkauft. So ist das Atelier erneut Treffpunkt behinderter Menschen geworden, die hier wieder künstlerisch arbeiten.

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Steffi, Christine, Barbara, Monika und Resi sind voller Anspannung ins Atelier des Kunsthauses Minten gekommen. Sie gestalten mit großer Hingabe ihre Bilder. Zwölf ihrer Werke werden in einer Ausstellung ab dem 28. November im Paul-Löbe-Haus gezeigt. Eröffnen wird die Ausstellung Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert.

In der vergangenen Woche besuchte Salvatore Minten das Paul-Löbe-Haus, um sich einen Eindruck vom Ausstellungsraum zu machen. Immerhin hat das Haus 1700 Räume, die auf 61 000 Quadratmetern verteilt sind. "Wir mussten uns den Raum ansehen und schauen, wie wir die zwölf Arbeiten aus dem Kreis Viersen mit anderen Werken behinderter Menschen der Aachener Lebenshilfe zueinander bringen", erklärt Salvatore Minten nach seiner Rückkehr.

Eines aber sei sehr bedauerlich: "Leider ist die Ausstellung nicht für Jedermann öffentlich. Besucher müssen sich schriftlich anmelden. Aus dem Kreis Viersen werden nur 350 Personen zugelassen", sagt er enttäuscht. Das Sicherheitskonzept lässt eine andere Lösung nicht zu. Steffi, Christine, Barbara, Monika und Resi haben auf jeden Fall eine Ausdrucksform gefunden, die sie begeistert und fasziniert. So wird nicht nur die persönliche Begabung gefördert, sondern auch die Beachtung und Akzeptanz für Menschen mit Behinderung gestärkt.

(ivb)