Nettetal: Phytowelt ausgezeichnet "pro Energiewende"

Nettetal : Phytowelt ausgezeichnet "pro Energiewende"

Die in Nettetal ansässige Phytowelt Green-Technologies GmbH ist vom Deutschen CleanTech Institut mit der Auszeichnung "Innovation pro Energiewende" bedacht worden. Das Unternehmen befasste sich im konkreten Projekt mit einem Verfahren zur Züchtung verbesserter Pflanzen ohne Gentechnik. Ausgewählt hatte Phytowelt dafür die Pappel.

Grundlage der Arbeit ist die Plattformtechnologie phytodiversity. Die Pappeln der Phytowelt punkteten in der Auswertung in sämtlichen Auswahlkriterien, das heißt beim Innovationsgrad, Beitrag zum Klimaschutz, Alltagstauglichkeit, Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. In der Begründung des Expertenteams heißt es unter anderem, "dass durch die mögliche Erhöhung der Biomasseproduktion ein konkreter Beitrag zur Energiewende in Deutschland und eventuell in anderen Ländern erreicht werden kann."

Grüne Biotechnologie

"Die Auszeichnung ist natürlich eine große Ehre für uns", erklärte Dr. Peter Welters, Geschäftsführer der Phytowelt Green-Technolgies GmbH. "Sie zeigt, dass in Zeiten des Klimawandels und schwindender Erdölressourcen die Bedeutung der Grünen Biotechnologie als wertvolles Instrument für nachhaltiges Wirtschaften allmählich erkannt wird."

Mittels phytodiversity werden in Verbindung mit modernen Analysemethoden Pflanzenzellen fusioniert, um ohne Gentechnik gezielt Eigenschaften in Pflanzen zu überführen, die durch Kreuzungsmethoden nur schwierig zu erhalten sind. Die Phytowelt setzt die Technologie bei vielen Pflanzenarten, beispielsweise Futter-, Zier-, Nahrungs- und Energiepflanzen ein. Bei letzterem vor allem zur Züchtung von Pappellinien für Kurzumtriebsplantagen (KUP).

Durch die Elektrofusion von Pappelprotoplasten (Pflanzenzellen ohne Zellwand) ist es der Phytowelt im Rahmen des nun ausgezeichneten Projektes gelungen, hybride und tetraploide Pappellinien herzustellen. Als tetrapolid bezeichnet werden Zellen mit vier kompletten Chromosomensätzen. Dies kommt bei Pflanzen häufiger vor, wird aber auch durch züchterische Methoden bei Kulturpflanzen zur Ertragssteigerung gezielt bewirkt. Eine dieser Linien zeigte in den Wachstumsversuchen eine 25-prozentige Erhöhung der Biomasseproduktion im Vergleich zu der Elternpflanze.

Die Protoplastenfusion ist enorm schwierig und scheitert meist an einer ungenügenden Regenerationsrate der Pflanzen. Es ist Phytowelt gelungen, die Regeneration so zu verbessern, dass sie zurzeit das weltweit einzige Labor ist, das routinemäßig Pappelhybride über Protoplastenfusion herstellen kann.

(RP/rl)
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