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Nettetal: Integration zum Anpacken

Nettetal : Integration zum Anpacken

Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, besuchte gestern die Dorenburg, um sich vor Ort ein Bild über die Integrationsarbeit zu machen. Er sieht das Projekt als modellhaft an.

Hubert Hüppe ist beeindruckt. "Dieses Projekt könnte ein Modell für andere werden", erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Worten, bei denen Johannes Nellessen strahlt. Er ist einer der Behinderten, die im Freilicht-Museum Dorenburg arbeiten. Gerade kommt er von seinem aktuellen Projekt auf dem Gelände: Die historische Dampfwalze brauchte einen frischen Anstrich. Auch seine Unterarme scheint er mit dem Pinsel gleich mit bearbeitet zu haben. "Das macht richtig Spaß hier, ich bin froh, dass ich hier einen Platz bekommen habe", erklärt Johannes lachend.

Seit November des vergangenen Jahres ermöglicht der Nettetaler Verein "Kindertraum" in Zusammenarbeit mit dem Kreis Viersen und dem Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) Krefeld-Kreis Viersen die Integrationsarbeit im Niederrheinischen Freilichtmuseum Dorenburg. Auf Einladung des Vereins sowie des Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer machte sich gestern Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, ein Bild vor Ort. Am Ende fand er nur lobende Worte für die Arbeit: "Hier wird gezeigt, dass behinderte Menschen Talente haben. Man muss schauen, was sie können und sie auch fordern."

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Dass die Renovierungsarbeiten rund um die Dorenburg eine Herausforderung für die Behinderten war, ist nur noch an Bildern zu sehen. Das Vorher-Nachher-Bild lässt die Besucher nun jedoch staunen. Abgebröckelter Putz, kaputte Dachziegel, morsche Holzbalken auf den Bildern — in der Realität sind schöne Fachwerkhäuser, gut restauriert und doch mit historisch-authentischem Charme zu sehen. Bei den Bildern vom vergangenen Jahr muss auch Johannes stolz grinsen. "Es ist erstaunlich zu sehen, was die Behinderten in der kurzen Zeit geschafft haben", so der leitende Pädagoge Jan Barendsma und ergänzt: "Wir machen hier keine Bonbon-Pädagogik. Die Fähigkeiten steigen mit den Herausforderungen." Das hat auch Ludger Peters, Vorsitzender des Vereins "Kindertraum" beobachtet: "Wir wollen Menschen mit Behinderung aktiv integrieren — bisher waren wir mit Dienstleistungen in zwei Jugendherbergen damit erfolgreich. Aber viele von ihnen wollen auch Anpacken und handwerklich tätig werden." Hubert Hüppe ist überzeugt vom Projekt: "Inklusion — wer sie will findet Wege. Sie zeigen, dass es funktioniert und machen es anderen vor." Auch Bundestagsabgeordneter Uwe Schummer ist begeistert: "Ich wäre stolz drauf, wenn wir im Kreis Viersen mit einem solchen sozialen Thema Vorreiter wären. Da sollten wir weiter am Ball bleiben."

(RP/ac)