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Nettetal: Kaldenkirchener Großeltern springen ein

Nettetal : Kaldenkirchener Großeltern springen ein

Für Kinder unter und über drei Jahren ist die Versorgungsquote mit Betreuungsplätzen in Nettetal laut Jugendamt zufriedenstellend. Lediglich in Schaag müssen einige Eltern auf andere Stadtteile ausweichen.

Für Kinder unter und über drei Jahren gibt es in der Seenstadt genug Betreuungsplätze — zumindest nach Einschätzung des städtischen Jugendamtes. Allerdings müssen manche Eltern im nächsten Kindergartenjahr wohl weitere Wege in Kauf nehmen, um ihre Kinder in die Tagesstätten zu bringen. Diese Rückschlüsse lassen ein Forschungsbericht und die Kindergartenbedarfsplanung für Nettetal zu, die Heiko Brodermann, im Jugendamt für die Jugendhilfeplanung zuständig, am Dienstag dem Jugendhilfeausschuss vorstellte.

"Wir warten erst mal die konkreten Nachfragen der nächsten Monate ab", sagte Brodermann. Er meint: Die Forschungsergebnisse und Planungen sind Theorie, wie die Praxis aussieht, also die Anmeldezahlen fürs Kindergartenjahr 2014/2015, muss sich zeigen. Doch es lässt sich zumindest kalkulieren, in welchen Stadtteilen es für wie viele Kinder Betreuungsplätze gibt. Von den rund 320 Geburten im Jahr entfallen fast ein Drittel, nämlich etwa 100, auf Lobberich. Hier ist auch der Bedarf an Betreuungsplätzen am größten. Denn von 963 Nettetaler Kindern im Kindergartenalter ab drei Jahren sind 318 in Lobberich. Liegt hier der größte Stadtteil vorn, weist der kleinste, Leuth also, insgesamt nur 42 Kinder über drei Jahren auf. Insgesamt gibt es in Nettetal für 90 Prozent der Kinder zwischen drei Jahren und Einschulung Betreuungsplätze, der Bedarf wird damit laut Brodermann gedeckt. Lediglich Schaag schert aus — nur 70 Prozent der benötigten Plätze sind abgedeckt: 90 Plätze werden wohl gebraucht, 67 angeboten.

Das habe, deutete Brodermann an, auch mit Umbauarbeiten in Schaager Einrichtungen zu tun, die sich für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3) wappnen. "Eltern sind Ausweichungen in andere Stadtteile zuzumuten, sagt der Gesetzgeber", so Brodermann.

Vergleichbares gilt für Kinder unter drei Jahren: Die Plätze reichen für rund 25 Prozent der Kinder. Auch hier müssen Erziehende also womöglich weite Wege auf sich nehmen. Sonst liegt die Quote für die 346 Kinder unter drei in Nettetal bei knapp 32 Prozent — das Jugendamt bewertet dies als zufriedenstellend.

Dabei ist die U3-Altersgruppe der Gradmesser dafür, wie die Kinderbetreuung klappt in der Seenstadt: Zwar haben Eltern neuerdings einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kleinen, aber nur für etwa ein Drittel dieser Kinder, so die Kalkulation, wird tatsächlich ein Platz in der Tagespflege in Anspruch genommen.

Bei den Kalkulationen freilich sind auch andere Faktoren zu berücksichtigen — Familienverhältnisse etwa, wie das Beispiel Kaldenkirchen zeigt: So liegt hier die U3-Versorgungsquote bei nicht einmal 28 Prozent. Dies dürfe ausreichen angesichts funktionierender Familienbande: "Hier werden die Großeltern stark in Anspruch genommen", analysierte Brodermann die Erfahrung aus dem westlichsten Stadtteil.

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(jobu)