Stadt Kempen kann beantragte Kindergartenplätze besetzen

Kempen : Alle Kinder bekommen Betreuungsplatz

Das Jugendamt hat es geschafft, dass alle angemeldeten Kinder zum 1. August mit einem Betreuungsplatz in einer Tagesstätte versorgt werden können. Die geplante Großtagespflege soll in die ehemalige St. Huberter Schule.

Das Kempener Jugendamt kann zum neuen Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, für alle bislang angemeldeten Kinder einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte bereit stellen. Wie der zuständige Dezernent Michael Klee am Dienstagabend im Jugendhilfeausschuss mitteilte, stellt die Stadt insgesamt 1145 Betreuungsplätze in den Kindergärten zur Verfügung. Auch wenn es in einigen Einrichtungen zunächst kleinere Überlbelegungen geben wird oder – wie im Falle des Katholischen Antonius-Kindergartens in Tönisberg – die Umbauarbeiten noch nicht beendet sein werden, das Jugendamt ist froh, dass angesichts der angespannten Lage der vergangenen Monate, kein Kind abgewiesen werden muss.

Zum 1. August sind in den Kindergärten im Stadtgebiet 286 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren und 840 Plätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren vergeben. Dezernent Klee sprach im Ausschuss von einem kleinen „Puffer“, den man noch habe. Gemeint ist eine Reserve von 19 freien Plätzen – 17 für unter Dreijährige und zwei für ältere Kinder. Das sei insgesamt eine sehr „knappe Landung“, so Klee.

Probleme gibt es aber im Bereich der Kindertagespflege. Die Stadt ist – wie berichtet – zu dem ursprünglichen Plan zurückgekehrt, in der ehemaligen Johannes-Hubertus-Schule in St. Hubert übergangsweise eine so genannte Großtagespflege einzurichten. Vor einigen Wochen war die Stadt von diesem Plan zunächst abgerückt, weil ein Umbau der Klassenräume für die Kleinkinderbetreuung auch aus Brandschutzgründen zu aufwendig erschien. Der Alternativplan, auf dem Parkplatz an der Kita „Bärenstark“ an der Bendenstraße in St. Hubert ein Provisorium in Modulbauweise zu errichten, hat sich laut Klee aber zerschlagen, weil sich nach einem Bodengutachten Schwierigkeiten bei der Gründung für die Container ergeben hätten.

Nun soll also die Großtagespflege im früheren Schulhaus am Hohenzollernplatz entstehen. Der Umbau muss noch geplant werden, so dass die Plätze vorläufig nicht zur Verfügung stehen. Laut Klee soll die Übergangslösung nicht nur auf zwei Jahre, sondern für einen längeren Zeitraum ausgelegt werden. Die Stadt sucht nun nach einer Übergangslösung für das Provisorium. Am Freitag sollen Räume besichtigt werden, die der Stadt angeboten worden sind.

Das Jugendamt hat weiterhin Probleme, geeignetes Betreuungspersonal zu finden. Der Stellenmarkt für Erzieherinnen und Erzieher ist bekanntlich wie leer gefegt. Auch bei der Suche nach geeigneten Tagespflegepersonen gibt es Schwierigkeiten. Viele Interessenten wollen Kleinkinder nicht in ihrer eigenen Wohnung betreuen, sondern würden dies nur in Räumen tun, die die Stadt ihnen zur Verfügung stellt. Auch die Bezahlung, die eher einer Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit gleicht, ist vielen Interessenten zu gering. Einige streben eine Vollzeittätigkeit an, die die Stadt nicht anbieten kann.

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