Eltern in Leverkusen setzen 710 Betreuungsplätze bei der Stadt durch

Leverkusen: 710 Leverkusener Kinder bekommen Betreuungsplatz im Rechtsverfahren

Die Situation bei den Kitas bleibt weiter angespannt: 45 Kinder sind derzeit noch ohne Platz. Einzelne Einrichtungen sind überbelegt. Die Versorgung mit Kindergartenplätzen bleibt in Leverkusen unzureichend.

Insgesamt fehlen in Leverkusen derzeit rechnerisch 135 u3-Betreuungsplätze, bestätigt die Stadtverwaltung in einem aktuell vorgelegten Arbeitspapier für die Ratspolitiker. Tendenz steigend. Die städtische u3-Zahl entspricht dabei nicht der tatsächlichen Kinderzahl, sondern gilt für die vom Stadtrat beschlossene Versorgungsquote von 42 Prozent. Der Bereich für Kinder über drei Jahren ist fast ausgeglichen.

Hier berechnet die Stadt nur ein Minus von vier Plätzen bei einer Versorgungsquote von 100 Prozent. Eingerechnet sind dabei 460 Tagespflegeplätze außerhalb von Kindergärten, sonst sähe es deutlich schlimmer aus. Diese Darstellung bezieht sich auf die stadtweite Situation für 2018/2019, in einigen Stadtteilen ist die Unterversorgung allerdings höher als in anderen. "In Bürrig/Küppersteg, Opladen, Alkenrath, Lützenkirchen, Schlebusch sowie Steinbüchel liegen für den ü3-Bereich die größten Unterversorgungen vor", schrieb die Stadt im Dezember.

Im Kita-Bereich sei einiges in Bewegung, ergänzt Adomat. Seit Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz haben, muss die Stadt oft Auseinandersetzungen mit Bürgern führen. "Vergangenes Jahr gab es 710 Verfahren", berichtet der Dezernent. Es ging um 186 u3-Plätze und 524 ü3-Plätze.

Bis auf die 45 offenen Anträge habe alles geregelt werden können. "Als Kommune haben wir eine Frist von sechs Monaten, Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen", erinnert Adomat. Das klappe: "Allerdings können wir nicht immer die Wunsch-Kita anbieten." Eltern berichteten der Redaktion in der Vergangenheit tatsächlich mehrfach schon, dass sie mit ihren Kleinen quer durch Leverkusen zu einer Kita fahren sollten.

Eine Entspannung der Situation sehen die Leverkusener Kinder- und Jugendexperten nicht. Durch neue Baugebiete und den Flüchtlingszustrom werde sich die Lage eher verschärfen. Deshalb fordert die Stadtspitze, dass bei allen größeren Bauprojekten Kindertageseinrichtungen eingeplant werden. Die jetzige Unterversorgung wird momentan durch Überbelegungen in bestehenden Kitas zum großen Teil aufgefangen, sagt Dezernent Adomat. Von Juli 2014 bis Juli 2022 wird die Zahl der potenziell zu versorgenden Kita-Kinder (0 bis 6 Jahre) in Leverkusen stark ansteigen: von 8527 in 2014 auf geschätzt 9700 im Jahr 2022 (jeweiliger Zähltag war Ende Juli). Diese Prognose gilt dazu noch als relativ unsicher.

(RP)
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