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Nettetal: Gelungener Start für das Sozialkaufhaus

Nettetal : Gelungener Start für das Sozialkaufhaus

Im Oktober 2011 eröffnete Carsten Rees in Dyck das Sozialkaufhaus. Vor vier Jahren hatte man das Grundstück gekauft, sich dann entschlossen, einen solchen Laden zu etablieren. Dort gibt es Möbel und mehr für den kleinen Geldbeutel.

Es sind Menschen in Notsituationen, aber auch Sparfüchse und Liebhaber von alten Schätzen, die das Sozialkaufhaus in Dyck besuchen. Inhaber Carsten Rees heißt sie alle willkommen, denn in den Geschäftsräumen dürfen nicht nur Sozialhilfeempfänger stöbern. Es sei vielmehr ein Kaufhaus für Jedermann, sagt er. Sozialhilfeempfänger und Rentner mit geringen Bezügen erhielten aber noch einen Preisnachlass. Im Oktober 2011 startete er mit dem Projekt. Jetzt zog Rees eine erste, positive Bilanz.

Carsten Rees führt in Nettetal das Unternehmen B.A.N. – Baumpflege am Niederrhein in Dyck. Vor vier Jahren kaufte er das Nachbargrundstück mit dem dazugehörigen Ladenlokal. "Erst planten wir, dort einen Verein zu gründen. Wir entschieden uns dann aber für ein Sozialkaufhaus, da wir gleichzeitig Menschen die Chance geben wollten, dort als Festangestellte zu arbeiten", erzählt Rees.

Zwischenzeitlich mietete der Verein "Helfende Hände" den Laden, der ebenfalls gebrauchte Möbel und Kleidung verkaufte. Doch die Organisation wuchs den Zuständigen über den Kopf, so dass ihnen gekündigt wurde. Die Idee wollte man – besser – fortführen. Und das ist gelungen: Ordentlich unterteilt in verschiedene Abteilungen, präsentiert sich das Sozialkaufhaus unter der Leitung von Carsten Rees. "Hier gibt es keinen Trödel oder Ramsch. Unser Slogan lautet ,Erstklassiges aus zweiter Hand'", betont Rees.

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Und tatsächlich: Die Möbel im Untergeschoss des Sozialkaufhauses sind teilweise neu. Gebrauchte Möbel des Angebots sind sehr gut in Schuss. "Sperrmüll bekommen die Leute auch am Straßenrand. Hier können sich die Leute über hochwertige Marken-T-Shirts freuen. Es muss sich keiner schämen, hierher zu kommen"

Mittlerweile hat sich das Geschäft in Nettetal etabliert. Die Einnahmen deckten die Kosten wie Miete, Personal und Nebenkosten, berichtet der Inhaber. Jetzt wolle man auch über die Grenzen Nettetals hinaus bekanntwerden. "Wir haben auch Kunden aus Viersen und Gladbach, freuen uns aber auch sehr über neue Gesichter."

Mit den unterschiedlichen Schicksalen hat Carsten Rees seit der Eröffnung zu tun gehabt, und es sei schön, helfen zu können. "Wenn zum Beispiel ein Streetworker mit einer jungen Mutter hierher kommt und sagt, die Frau habe 1000 Euro zur Verfügung und brauche eine komplette Einrichtung, und wir bekommen das hin, dann ist das natürlich toll."

Mit der Stadt Nettetal arbeite das Sozialkaufhaus gut zusammen. Es werde gerne weiterempfohlen. Carsten Rees beschäftigt drei Mitarbeiter – allesamt ehemalige Langzeitarbeitslose über 50 Jahre. "Sie alle haben an einem Qualifizierungslehrgang 50+ der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung des Kreises Viersen (GFB) teilgenommen. Wir haben dann Arbeitskräfte angefragt, und diese drei sind es schließlich geworden", erinnert sich Rees. Sie sind fest angestellt. "Von Ein-Euro-Jobs halten wir nichts." Uwe Gericke und Norbert Werkes helfen bei Umzügen und Entrümpelungen, bei denen etwas Nutzbares für das Sozialkaufhaus übrigbleibt. Evelyn Kurzendorfer arbeitet im Verkauf.

(RP)