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Nettetal: Buchhändler kämpfen gegen Amazon

Nettetal : Buchhändler kämpfen gegen Amazon

Mit persönlicher Beratung, schneller Lieferung und guter Erreichbarkeit wollen sich die Buchhandlung Matussek aus Lobberich und "Der Buchladen" aus Kaldenkirchen gegen die Konkurrenz aus dem Internet behaupten.

Auf den ersten Blick sind es ungleiche Gegner: auf der einen Seite internationale Konzerne wie Amazon mit einem Jahresumsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar, auf der anderen Seite die lokalen Buchhändler mit einem Geschäft im Ortskern. Doch der Handel vor Ort hat gute Argumente, um sich gegen die große Konkurrenz behaupten zu können, meint Fabian Matussek, Inhaber der gleichnamigen Buchhandlung in Lobberich. "Wir haben einen ebenso guten, wenn nicht sogar besseren Service", sagt der Buchhändler.

So können die Kunden über die Internetseite des Buchhandels versandkostenfrei bestellen — egal wie gering der Einkauf ist. Zudem sei die Beratung ein weiterer gewichtiger Vorteil. "Wir beraten persönlich und nicht auf der Basis von Algorithmen", sagt Matussek mit Blick auf die digitale Konkurrenz. Auch die Schnelligkeit sei gegeben: Wer bei Matussek bis 17.20 Uhr bestellt, kann das gewünschte Buch am nächsten Morgen ab 9.30 Uhr im Geschäft abholen. Zudem kann auf Rechnung bestellt werden, was zum Beispiel Amazon nicht anbietet. Die Kundenstruktur habe sich angesichts der Konkurrenz im Internet gewandelt. Weniger junge Menschen als früher besuchen die Buchhandlung an der Marktstraße. Um den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, startete Matussek vor acht Jahren die eigene Internetseite. Auch E-Books zählen zum Angebot. "Der Absatz steigt, ist aber noch minimal. Jeden Monat verkaufen wir etwa 20 E-Books mehr als im Vormonat", sagt Matussek. Die Käufer der digitalen Bücher, für die man ein spezielles Lesegerät benötigt, stammen aus allen Generationen. "Auch Ältere wissen die Technik zu schätzen, da man die Schrift beliebig vergrößern kann", sagt er.

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E-Books hat auch "Der Buchladen" in Kaldenkirchen im Angebot, den Andrea Jansen gemeinsam mit Ute Mausberg führt. Um junge Kunden zu gewinnen, setzt Jansen darauf, schnell die Buchtrends im Internet zu erkennen. Auch das Ansprechen der jungen Zielgruppe sei eine andere. "Während die ältere Kundschaft das beratende Gespräch schätzt, sind viele junge Leute weniger kommunikativ", sagt Jansen. Sie würden beim Aussuchen lieber in Ruhe gelassen werden. Darauf hat Jansen sich eingerichtet und will den jungen Kunden das Gefühl geben, dass ihre Buchhandlung ein Ort ist, den man gerne zum Stöbern und Schmökern besuchen kann. Zudem bietet "Der Buchladen" an, dass bis 18.30 Uhr telefonisch oder per Internetseite bestellte Bücher am folgenden Morgen abgeholt werden können.

Andrea Jansen und Fabian Matussek betonen, dass Buchhandlungen wichtiger Bestandteil der Ortskerne seien. Vielen Menschen, die wahrscheinlich die Anwesenheit eines Buchgeschäfts schätzen, sei nicht bewusst, dass Einkäufe bei großen Internethändlern auch Folgen für die Händler vor Ort haben. So ärgert sich Matussek darüber, dass manche Lehrer ihren Schülern empfehlen, die Schullektüre am besten im Internet zu bestellen. Produkte beim Händler vor Ort zu kaufen sichere die Vielfalt der Geschäfte des Heimatortes. FRAGE DES TAGES

(RP/ac)