Fußball: Werbetrommel für Schiedsrichter rühren

Fußball : Werbetrommel für Schiedsrichter rühren

Die Wahl in den Schiedsrichter-Ausschuss des Deutschen Fußball-Bundes liegt noch gar nicht lange zurück, morgen steht für den Moerser Andreas Thiemann die erste Sitzung an. Der Nachwuchs liegt ihm besonders am Herzen.

Heute Nachmittag macht sich Andreas Thiemann zum ersten Mal in Richtung Frankfurt auf, wo morgen die erste Sitzung des Schiedsrichter-Ausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über die Bühne geht. In Zukunft wird der 44 Jahre alte Moerser, der als Lehrer für Chemie und Biologie an einem Dinslakener Gymnasium arbeitet, häufiger den Weg in die Main-Metropole antreten müssen. Schließlich wurde Thiemann Ende Oktober beim DFB-Bundestag in Nürnberg in die Amateur-Kommission des Schiedsrichter-Ausschusses gewählt.

Die ist zuständig für die Junioren-Bundesligen, die Fußballfrauen und für das Schiedsrichterwesen im Amateurbereich, während sich die Elite-Kommission mit den Bundesligen eins bis drei befasst. Vor 28 Jahren begann Thiemann seine aktive Laufbahn als Schiedsrichter. Der heutige Vorsitzende des Fußballkreises Moers, Hans-Dieter Wichert, der langjährige Kreis-Fußballobmann Kurt Blömer und der seinerzeit aktive Schiedsrichter Walter Ahlkämper brachten den jungen Thiemann zur Schiedsrichterei. Und an seinen ersten Einsatz kann sich Thiemann, der dem SV Scherpenberg angehört, noch gut zurückerinnern. "Es war bei einem D-Junioren-Spiel beim OSC Rheinhausen.

Da wurde der Gäste-Trainer ausfallend und ich musste ihn gebührend in die Schranken weisen", erzählt Thiemann. Fortan hatte der heute 44-Jährige keine Probleme mehr als Schiedsrichter, was ihn bis zum Spielleiter in den Verbandsligen gebracht hat. Dennoch sieht Thiemann die häufigen Berichte darüber, dass Unparteiische auf Fußballplätzen angegangen werden, mit Sorge. "Viele meinen, dass wenn sie einen Sportplatz betreten, sie sich gleichzeitig in einem rechtsfreien Raum befinden, in dem sie tun und lassen können, was sie wollen", so Thiemann. Entsprechend groß ist die Sorge um die 78 000 Schiedsrichter im Bundesgebiet, die Thiemann künftig mit vermehrter Schulung in allen Bereichen auf die Einsätze auf den Plätzen im Bundesgebiet vorbereiten will.

Die Gewinnung neuer Schiedsrichter sowie die Bewahrung des jeweiligen aktuellen Bestandes an Unparteiischen gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Amateur-Kommission. Dabei macht dem Moerser vor allen Dingen die Suche nach Schiedsrichterinnen Sorge. "Die Zahl der Mannschaften beim Frauenfußball nimmt zu, aber die Zahl der Schiedsrichterinnen stagniert oder nimmt wie in verschiedenen Landesverbänden ab." Thiemann, der auf Verschlag der Regional-Verbände in den Schiedsrichter-Ausschuss berufen wurde, rührt unermüdlich die Werbetrommel, wenn es um neue Schiedsrichter geht.

"In erster Linie sind die Vereine gefordert. Aber ich kann sagen, wer in jungen Jahren als Fußball-Schiedsrichter fungiert, der holt sich auch das nötige Rüstzeug für sein späteres Leben", so der 44-Jährige. Thiemann selbst hat schon lange nicht mehr den Schiedsrichter-Dress angezogen. Vielmehr fungiert er seit mehreren Jahren als Beobachter bis hin zur Regionalliga. "Wenn es eben geht, schaue ich mir an jedem Wochenende ein Spiel an. Auch diese Aufgabe macht mir richtig Spaß."

(js)
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