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Lärmschutz in Moers: Warten auf „Tempo 30“-Schilder an der Uerdinger Straße

Lärmschutz in Moers : Warten auf „Tempo 30“-Schilder an der Uerdinger Straße

Aus Lärmschutzgründen gilt an der Uerdinger Straße künftig: Runter vom Gas!

„Zu langsam, zu kundenunfreundlich“: Hermann-Josef Schumacher von der ZWAR-Ortgruppe Moers-Mitte ärgert sich über die Enni. So sehr, dass er Verwaltung, Politik und Presse für Donnerstag spontan zu einem Gespräch in die Cafeteria des Alten Rathauses eingeladen hat. Vor der Tür steht ein symbolisches „Tempo 30“- Schild. Ein solches hätten die Netzwerk-Mitglieder der Arbeitsgruppe „Denkanstöße Klima und Umwelt“ viel lieber an der Uerdinger Straße gesehen, doch mit dem Aufstellen von insgesamt 50 neuen  Verkehrsschildern zum aktiven Lärmschutz ist die Enni noch nicht soweit.

„Im Oktober wurde der politische Beschluss gefasst, im November der Auftrag an die Enni erteilt“, sagt Schumacher. „Auf Nachfrage, wann denn mit einer Installation zu rechnen ist,  wurde von Mitarbeitern die lapidare Äußerung getroffen: ,Wenn es denn in den Betriebsablauf passt’. Als Bürger, der sich kümmert, tut und macht, bekommt man dann so eine Antwort – das finde ich nicht in Ordnung.“

Zur Erklärung: An der Uerdinger Straße – der Hauptverkehrsader in der Moerser Innenstadt – ist es zu laut. Das soll sich mit Tempo 30 zwischen Mühlenstraße und Augustastraße ändern. Zurzeit sind dort 50 Stundenkilometer erlaubt. Grundlage für die Änderungen ist der Lärmaktionsplan. Den hat die Stadt schon vor sechs Jahren aufgestellt, laut EU-Richtlinie musste er jetzt aber erneuert werden. Lärmmessungen hatten ergeben, dass es unter anderem entlang der Innenstadt-Verkehrsader besonders viele Menschen gibt, die zu viel Lärm ausgesetzt sind.

Was den zeitlichen Ablauf in Bezug auf die Installation der „Tempo 30“-Schilder betrifft, kann Stadtsprecher Thorsten Schröder die Kritik der ZWAR-Gruppe allerdings nicht nachvollziehen. „Tatsächlich läuft alles nach Plan, sogar zügiger, als in manch anderen Fällen“, sagt er. „Die Schilder für die Uerdinger Straße sind von der Enni bestellt und haben Priorität.“ Auch die beschlossenen Schilder für Parkverbote während der Müllabfuhrzeiten sollten spätestens Ende Januar, Anfang Februar stehen.“

Die Abkürzung ZWAR steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Sieben Orts- und zahlreiche Untergruppen gibt es in der Grafenstadt. Die erste wurde vor etwa zwei Jahren gegründet. Geschätzt rund 600 Menschen profitieren über das Jahr gesehen von den Angeboten.