Kamp-Lintfort: Der Zauber der Musik

Kamp-Lintfort : Der Zauber der Musik

Kamp-Lintfort ist Local Hero, und viele wollen diese Woche mit eigenen Beiträgen mitgestalten. Für den klassischen Hörgenuss sorgte nun das Trio Bamberg im Rahmen der Kamper Konzerte im Rokokosaal des Kloster Kamp.

Nach dem stürmisch gefeierten Silvesterkonzert ist die Reihe der Kamper Konzerte jetzt schwungvoll ins neue Musikjahr gestartet. Im Rahmen der Local Heroes Woche Kamp-Lintfort, einem Projekt der Ruhr 2010, gastierte das Trio Bamberg im Rokokosaal. "Wir sind sehr froh, dass wir das Konzert in dieses große Umfeld der Local Heroes platzieren konnten", erklärte Professor Alexander Hülshoff, der nicht nur Künstlerischer Leiter der Kammerkonzertreihe ist, sondern seit 2006 auch der Cellist des renommierten Trios, das in nahezu allen größeren Städten Europas konzertierte, bei den bekanntesten internationalen Musikfestivals zu Gast war und dessen CD-Einspielungen mit Preisen ausgezeichnet wurden. Von "Sternstunde der Kammermusik" wird über die Konzerte des Trios gern geschwärmt, und eine solche Sternstunde erlebten auch die Besucher im restlos ausverkauften Rokokosaal.

Stürmischer Beifall

Das romantische Programm begann mit dem Trio F-Dur op. 18, einem von seinem Komponisten Camille Saint-Saëns sehr geschätzten Frühwerk, das in einer beispielhaften Balance von Ausdruck und Bändigung die Schönheit und Klarheit der Tonsprache des Franzosen spiegelte. Elegant und beschwingt ging es weiter mit dem Dialog zwischen "La muse et le poète", der bei allem ernsten Tiefsinn auch expressive, zarte und schmeichelnde Passagen brachte. Anlässlich seines 200. Geburtstags in 2010 sind die Kamper Konzerte in der laufenden Saison dem Komponisten Robert Schumann gewidmet, dessen d-Moll-Trio op. 63, erfrischend temperamentvoll, mit kräftigem Zugriff und meisterhafter Gestaltung, das glanzvolle Finale des Abends bot. Im Juni 1847 schrieb Clara Schumann in ihr Tagebuch, Robert sei mit seinem Trio "sehr zufrieden" gewesen.

Der Zauber der Musik wurde auch im Rokokosaal spürbar und berührte die Zuhörer tief. Mit stürmischem Beifall und Bravorufen verlange das Publikum nach einer Zugabe, zu der das Trio sich nicht lange bitten ließ. Mit Franz Liszts Sinfonischer Dichtung "Orpheus" in der Bearbeitung von Camille Saint-Saëns schloss sich der sehr stimmig Rahmen eines rundum schönen Kammerkonzerts. Die Reihe wird fortgesetzt am 3./4. März (20 Uhr) mit Aaron Berofsky, Violine und Alfredo Oyaguez, Klavier und Werken von Mozart, Brahms, Schumann und Rodrigo.

(RP)