Duisburg: Radschnellweg bis Kamp-Lintfort?

Duisburg : Radschnellweg bis Kamp-Lintfort?

Der geplante Radschnellweg 1 (RS 1) könnte nach aktuellen Plänen des RVR über den Duisburger Westen und Moers bis nach Kamp-Lintfort verlängert werden. Die Entscheidung darüber fällt 2019.

Daran, dass das Fahrrad in Zukunft eine echte, ernstzunehmende Alternative zum Verkehrsmittel "Auto" sein wird, zweifelt eigentlich niemand mehr. Voraussetzung dafür ist allerdings eine funktionierende Infrastuktur. Der Regionalverbandes Ruhr (RVR) sieht im Westen der Region - also im Kreis Wesel, in Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Bottrop - Möglichkeiten für Radschnellverbindungen von insgesamt 143 Kilometern Länge. Eine dieser Turbo-Routen, über die künftig mehr als 2000 Radfahrer pro Tag rollen sollen, könnte auf der Strecke von Duisburg über Moers nach Kamp-Lintfort entstehen. Der geplante Radschnellweg 1 (RS1) durchs Ruhrgebiet würde somit verlängert. Auf einer Konferenz in Moers hat der RVR seine Pläne jetzt vorgestellt. Die Planer sehen gerade in der Anbindung der Hochschule Rhein-Waal Potenzial.

"Mit den Pedelecs und E-Bikes ist das Fahrrad wirklich alltagstauglich geworden", sagt Claudia Leiße, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Duisburger Rat und Mitglied in der Verbandsversammlung des RVR. "Das sehen vor allem viele junge Menschen so, deshalb ist es wichtig, dass wir eine vernünftige schnelle Anbindung schaffen - nach Kamp-Lintfort und auch zum Berufsschulcampus in Moers."

Die Forderung der "Pendlerhauptstadt" Moers nach einem breiteren Radweg über die Rheinbrücke Neuenkamp findet Leiße, genauso wie die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws, in diesem Zusammenhang logisch und richtig. Die Moerser - Verwaltung und Politik - halten vier Meter breite Radwege für sinnvoll und werden diesbezüglich von der Euregio Rhein-Waal unterstützt. "Internationale, nationale und regionale Radwegeverbindungen unterstreichen die Bedeutung der Brücke für den Tourismussektor", schreibt Euregio-Geschäftsführer Sjaak Kamps in einem Briefe an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Landesverkehrsminister Hendrik Wüst. "Indem sie die rechts- und linksrheinischen Städte verbindet, stellt die Rheinquerung als wichtige Verkehrsader ein entscheidendes Bindeglied für die verschiedenen Radverkehre zwischen Ruhrgebiet, Niederrhein und den Niederlanden dar."

Bereits im März hatte die Stadt Moers im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens kritisiert, dass vom Landesbetrieb StraßenNRW nach bisheriger Planung lediglich auf einer Seite der Brücke ein 2,75 Meter breiter Radweg vorgesehen ist. Das, sagt Moers' Technischer Beigeordneter Thorsten Kamp, unterschreite nicht nur das Regelmaß für Zweirichtungsradwege, sondern verhindere auch die Entwicklung des Radverkehrs als Alltagsverkehrsmittel über längere Distanz. Claudia Leiße spricht von einer "glatten Fehlplanung": "StraßenNRW hat sich bislang eben nur um Straßen gekümmert."

Das künftige Netz ist hierarchisch in Radschnellverbindungen, Radhauptverbindungen und Radverbindungen unterteilt. Radschnellwege sind an bestimmte Baustandards gebunden. So müssen sie zum Beispiel eine Asphaltdecke, eine Breite von vier Metern und einen getrennten, zwei bis 2,50 Meter breiten Fußstreifen haben. Probleme sieht Leiße, die in Rheinhausen wohnt und Moers kennt, deshalb auf der Essenberger Straße. Dort, sagt sie, seien die Qualitätsstandards einer Radschnellverbindung nur schwer umsetzbar. Alternativ könnte der Radschnellweg über die Klever und die Rheurdter Straße s in Richtung Kamp-Lintfort geführt werden. Entlang der Repelener und der Kamper Straße und später der Moerser Straße gehe es dann direkt in das Stadtzentrum von Kamp-Lintfort. Leiße: "Wenn der Brückenbau auch noch Jahre in Anspruch nimmt, können doch wesentliche Teile der RS1-Verlängerung vor der Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort fertiggestellt werden."

Die RVR-Verbandsversammlung will in der ersten Jahreshälfte 2019 endgültig über die Netzplanung entscheiden.

(RP)
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