Kampfsport trifft Fußball

Der Budoclub Moers führt ein Training mit Nachwuchskickern des VfB Homberg durch, in dem unterschiedliche "Kulturen" aufeinander prallen. Und kantige Braungurte folgen dem Träger des 2. Dan aufs Wort.

Kampfsport trifft Fußball – unter diesem Motto steht das gemeinschaftliche Training von Nachwuchskickern des VfB Homberg und den gastgebenden Selbstverteidigungs-Spezialisten des Budoclubs Moers, das in der Sporthalle der Hermann-Runge-Gesamtschule durchgeführt wird. Nicht zum ersten Mal prallen hier unterschiedliche "Kulturen" aufeinander. Das U 15-Team und die BCM-Aktiven sind eine Trainings-Kooperation eingegangen, die von beiden Lagern begeistert angenommen wird. Und augenscheinlich macht es den jungen Fußballern, die immerhin in der Niederrheinliga vor das runde Leder treten, großen Spaß, die exotischen Übungen aus fernöstlichen Gefilden mit zu exerzieren. BCM-Trainer David Klostermann leitet die Einheit mit rund 30 Sportlerinnen und Sportlern. Das intensive Aufwärmprogramm bestreiten alle gemeinsam, anschließend wird in zwei Gruppen weiter gearbeitet.

Mit offenen Armen azfgenommen

Sie schwitzen und ringen nach Luft, die jungen Fußballer. "Koordinationsübungen stehen diesmal für uns im Vordergrund", sagt Olaf Faust, der Homberger Co-Trainer. Klostermann gestaltet ein abwechslungsreiches Programm, das die Jung-Kicker intensiv fordert. Die Gäste vom VfB-Nachwuchs sind froh, dass der BCM sie mit offenen Armen aufnimmt. "Wir haben auch bei anderen Vereinen angeklopft. Aber hier ist man ohne Vorbehalte auf unser Anliegen eingegangen", ergänzt Trainer Miro Savic. Und die Kampfsportler freuen sich über eine volle Halle sowie das Interesse der Rasensportler an ihrer Philosophie der Selbstverteidigung nach den Regeln des Shaolin Chuan Fa. "Vielleicht findet ja der eine oder andere Fußballer auch nachhaltig Spaß an unserem Sport", bemerkt Klostermann, der zugleich 1. Vorsitzender des Budoclubs Moers ist.

Viele Aktive des BCM fanden den Weg über Selbstverteidigungskurse dauerhaft zum Verein. Für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder bieten die Trainer des Clubs regelmäßig solche Kurse an – so auch ab dem kommenden Dienstag, wenn das Einsteiger-Seminar "Selbstverteidigung für Männer" auf dem Programm steht. Klostermann, Jusuf Zulic, Jennifer Pilipiuk, Dirk Schwane und Mark Czirwon leiten die Übungseinheiten.

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Zulic, ein routinierter Schwarzgurt-Träger, ist auch der Mann, der an diesem Abend die jungen Fußballer nach dem Aufwärmtraining instruiert. Er hat ein Händchen für den Nachwuchs, denn die Kicker folgen ihm diszipliniert aufs Kommando. Nicht anders sieht's bei den Spezialisten in der anderen Hälfte der Halle aus, die das Einhalten der Hierarchie strikt beachten. Klostermann ist zwar nicht der größte und breiteste unter den Kampfsportlern, seine technischen Fähigkeiten aber sind unübersehbar. Er hat als Träger des 2. Dans das Sagen, und selbst die kantigen Braungurte wie Schwane und Czirwon folgen ihm aufs Wort.

(RP)
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