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Mönchengladbach: Neue Auftraggeber für Wickraths Markt eingeschaltet

Stadtplanung in Mönchengladbach : Künstler soll Idee für Wickraths Markt liefern

Der Marktplatz muss schöner werden – davon ist eine Gruppe von Bürgern überzeugt, die sich ins Netzwerk „Neue Auftraggeber“ eingeklinkt haben. Ein kreativer Kopf soll Ideen für den zentralen Ort im Stadtteil Wickrath entwickeln.

Man braucht keinen außergewöhnlichen Sinn für Schönheit, um den Wickrather Marktplatz hässlich zu finden. Eine Asphaltwüstenei, die – wenn nicht gerade Wochenmarkt ist – vor allem als Parkplatz dient. Ein schönes Zentrum für einen Stadtteil sieht anders, finden viele Wickrather. Wie es besser aussehen könnte, dafür soll jetzt eine Künstlerin oder ein Künstler Vorschläge liefern.

Das ist zumindest das Anliegen einer Gruppe von Wickrathern, die das europäischen Netzwerk „Neue Auftraggeber“ jetzt damit betraut haben, einen kreativen Kopf nach solchen Ideen suchen zu lassen – und damit selbst zu Auftraggebern geworden sind. „Mit einer neuen Rahmung durch ein aufsehenerregendes Treppenbauwerk wollen wir dem Platz ein neues Gesicht geben“, heißt es in dem Auftrag, den die Gruppe dem Künstler mit auf den Weg gegeben hat. Und: „Die Treppe soll Bühne und Tribüne zugleich für die Wickrather werden.“

Treppen von Rand hinauf zur katholischen Kirche gibt es zwar schon. Doch auch Pfarrer Michael Roering unterstützt die Idee. Eine „Kriegsbrache“ nennt er den Platz, an dem seit der Nachkriegszeit nicht mehr viel verändert worden sei. Wie die Künstlerin oder der Künstler die Vorstellungen der Wickrather ausgestaltet, ist freilich noch nicht detailliert festgelegt. Es soll sich im weiteren Dialog mit den Bürgern ergeben. Und so spricht Gerrit Gohlke von den Neuen Auftraggebern auch von einem „mediatorischen Prozess“: „Es geht auch nicht darum, dass am Ende ein Kunstwerk auf dem Markt steht, sondern darum einen gesellschaftlichen Mittelpunkt neu zu schaffen und mit Kunst die Anziehungskraft des Platzes herzustellen.“

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Für die Begleitung des Prozesses in Wickrath ist Kathrin Jentjens zuständig, die bei den Neuen Auftraggebern als Mediatorin im Rheinland fungiert. Das Netzwerk ist seit Jahrzehnten in mehreren europäischen Ländern aktiv, wird nach eigenen Angaben von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt und will ein neues Modell „einer Kunst im Bürgerauftrag in Deutschland“ durchsetzen.

Aufmerksam geworden auf das Netzwerk ist die Wickratherin Barbara Fitzek. Ein neu gestalteter Markt sollte ein „angemessenes Pendant zum Schloss“ sein, findet sie. Und das sehen andere auch so: Der Gruppe, die das Netzwerk nun beauftragt hat, einen Künstler für das Wickrather Projekt zu finden, gehören Mitglieder des Heimatvereins, der Schützengesellschaft, der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde und Lokalpolitiker an. Bei der Übergabe des Auftrags schaute jetzt auch Mönchengladbachs CDU-Bundestagsabgeordneter Günter Krings vorbei.

Im Laufe der nächsten zwei Monate, sagt Kathrin Jentjens, solle ein Künstler gefunden sein, der sich der Sache annehme, damit es im kommenden Jahr einen Entwurf gebe. Ob der dann so verwirklicht wird, ist freilich nicht gesetzt. Schließlich haben die Planer der Stadtverwaltung ja noch ein Wort mitzureden, wenn öffentliche Plätze in der Stadt neu gestaltet werden.

Darum haben die Initiatioren im vergangenen Jahr auch schon mal junge, an der TU Dortmund studierende Raumplaner Analysen in Wickrath machen lassen. Dabei kam der Marktplatz wegen seiner geringen Aufenthaltsqualität ebenfalls schlecht weg. Aber die Gruppe, die jetzt die Neuen Auftraggeber eingeschaltet hat, ist zuversichtlich, dass die Stadt das Vorhaben wohlwollend behandelt. Sie hofft, dass es in ein integriertes Handlungskonzept der Stadt für Wickrath einfließen wird.