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Mönchengladbach: Der lange Weg zum Plan der Pläne

Mönchengladbach : Der lange Weg zum Plan der Pläne

Vorrangstraßen-Netzplan, Parkraumkonzept, Masterplan Nahmobilität: Zahlreiche Einzelwerke werden momentan in der Stadt erstellt. Sie alle münden in den Mobilitätsplan. Der hat ein großes Ziel: die Verbesserung der Lebensqualität.

83,8 Prozent der Fußgänger in Mönchengladbach fühlen sich sicher und haben dementsprechend ein "gutes" Gefühl - dies gilt allerdings nur für 31,2 Prozent der Radfahrer. 41 Prozent des bestehenden Radwegenetzes werden als "mangelhaft" bewertet. Und: Nicht zuletzt in den Stadtteilen sind die Bereiche für Fußgänger oftmals eine Zumutung. Das sind einige der Ergebnisse einer Online-Befragung im Rahmen des Masterplans Nahmobilität. Dieser wird derzeit seitens der Stadt erstellt - und auf seiner Basis sollen dann in den nächsten Jahren die Bedingungen für Fuß- und Radverkehr systematisch verbessert werden.

Um die Bürger bei den Planungen noch weiter einzubinden, gibt es, nach einer ersten Veranstaltung im Dezember, in Kürze ein zweites Dialogforum. "Dabei möchten wir die bisherigen Ergebnisse präsentieren und zur Diskussion stellen", sagt der Technische Beigeordnete Gregor Bonin. Außerdem soll berichtet werden, wie es nach Fertigstellung des Masterplans weitergeht. Das Dialogforum ist am Donnerstag, 9. Februar, 19 Uhr, im Hugo-Junkers-Gymnasium (Aula), Brucknerallee 58. Zusätzlich kommt das Bearbeiter-Team mit einem mobilen Stand an vier weitere Orten im Stadtgebiet: am Mittwoch, 22. Februar, von 10 bis 12 Uhr in die Fußgängerzone Hauptstraße in Rheydt; am selben Tag von 14 bis 16 Uhr an die Ecke Hindenburg-/Albertusstraße; am Donnerstag, 23. Februar, von 10 bis 12 Uhr auf den Wickrather Marktplatz; und am selben Tag von 14 bis 16 Uhr auf den Peter-Schuhmacher-Platz in Neuwerk.

Der Masterplan Nahmobilität ist aber nicht das einzige Planwerk, das derzeit in der Mache ist. Das große, übergeordnete Werk, an dem getüftelt wird und das eine Reihe von entstehenden Planwerken, vom Nahverkehrsplan bis zum Klimaschutzkonzept, in sich vereinen soll, ist der Mobilitätsplan. Er benennt die Leitlinien der Verkehrsentwicklung und unterstützt die Stadtentwicklungskonzepte. Er soll nicht nur zum bewussten Umgang mit Ressourcen, sondern auch entsprechend der Stadtentwicklungsstrategie der Wachsenden Stadt zur Verbesserung der Lebensqualität in führen.

Jörg Clages, als Abteilungsleiter verantwortlich für die Gesamtmobilitätsplanung der Stadt, führte dazu in einem Sachstandsbericht im Planungs- und Bauausschuss und den Bezirksvertretungen aus: "Der Mobilitätsplan besteht aus vielen Teilplänen, die in der Regel gesetzlich verpflichtend sind und zum Teil bereits vorliegen und fortgeschrieben werden, wie der Luftreinhalteplan, der Lärmaktionsplan und das Klimaschutzkonzept." Andere wiederum, wie der Nahverkehrsplan, der bis Mitte dieses Jahres vom Rat zu beschließen ist, das Parkraumkonzept und das Bahnentwicklungskonzept, das die Position der Stadt gegenüber dem VRR definiert, seien aktuell in der Erarbeitung. Ebenso wird derzeit der neue Vorrangstraßen-Netzplan überarbeitet, der in einem Planwerk zuletzt in den 90er Jahren aufgelegt wurde und Aussagen über Haupt- und Nebenstraßen im Stadtgebiet macht. Ein Gutachter führte dazu in der Bezirksvertretung Nord aus, dass es etwa im Bereich Holt geradezu abenteuerlich anmute, dass die Aachener Straße eine Bundesstraße (B 57) ist.

Alle Pläne sollen zahnradähnlich ineinandergreifen und funktionieren nur zusammen. Der Mobilitätsplan hat die Stadtentwicklungskonzepte sowie die Grundzüge des Mobilitätsmanagements zur Grundlage und macht in vier Themenbereichen Aussagen über den motorisierten Individualverkehr, den ÖPNV, Fuß- und Radverkehr und zur Umwelt, wobei in allen Bereichen das Thema Elektromobilität eine Rolle spielt. "Der Mobilitätsplan mit seinen Einzelbausteinen ist dabei kein starres Konstrukt, sondern soll regelmäßig überprüft, den Gegebenheiten angepasst und fortgeschrieben werden", so Jörg Clages.

Doch zurück zum Masterplan Nahmobilität. Dabei wird ganz konkret das 420 Kilometer umfassende Fuß- und Radwegenetz im Stadtgebiet unter die Lupe genommen. Der Plan verfolgt als Teil des gesamtstädtischen Klimaschutzkonzeptes das Ziel, eine bewegungsfördernde Mobilität zu Fuß oder mit dem Rad zu stärken. Ein Ziel des Planes, der von einer externen Arbeitsgemeinschaft aus Fachgutachtern erstellt wird und bis Ende April der Politik zur Beratung vorgelegt werden soll, ist insbesondere ein komfortables, sicheres und bequemes Radverkehrsnetz.

(tler)