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Mönchengladbach: Brandts-Kapelle: Waldhausens Kleinod braucht Unterstützer

Mönchengladbach : Brandts-Kapelle: Waldhausens Kleinod braucht Unterstützer

Sie ist eine Begegnungsstätte für Menschen jeglicher Couleur. Jetzt sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der Kapelle notwendig geworden.

Etwas versteckt liegt sie, von Fabriken und Häusern umgeben. Betritt man die Brandts-Kapelle, ist man schon in ihrem Bann. Wunderschöne Gemälde und Verzierungen mit biblischen Motiven schmücken die Wände, durch bunte Kirchenfenster fällt das Tageslicht. Johannes Eschweiler von der Stiftung Volksverein unterstreicht die Bedeutung des Gebäudes: "Die Kapelle ist nicht nur wichtig, weil sie schön ist, sie hat auch geschichtliche Bedeutung", sagt er.

Der Unternehmer Franz Brandts hat die Kapelle gestiftet und ist Mitbegründer des heutigen Volksvereins. Seine Fabrikordnung war wegweisend in Richtung Arbeitnehmermitbestimmung. Seine Kapelle ist eines der wenigen denkmalgeschützten kirchlichen Baudenkmäler der Stadt. Sie ist Mittelpunkt der vor 17 Jahren gegründeten Stiftung Volksverein Mönchengladbach zusammen mit den Steyler Missionarinnen und dem Volksverein Mönchengladbach.

Jetzt ist die Kapelle allerdings sanierungsbedürftig. Besonders dringend seien die Instandsetzungsmaßnahmen im Chor, an den Fenstern, am Mauerwerk und am Dach, so Eschweiler. "Es gibt Feuchtigkeit, zum Beispiel an der Orgelempore. Die Stellen müssen trocken gelegt werden", beschreibt er. "Außerdem möchten wir die Gemälde an den Wänden und von außen die Verfugung erneuern." Insgesamt 300.000 Euro werden die Maßnahmen kosten. Auch die Nachkommen von Franz Brandts engagieren sich: "Wir sind hier getauft und haben in der Kapelle geheiratet", sagt Christoph Brandts. Walther Maaßen bringt sich mit einem Benefizkonzert im Dezember in der Kapelle ein. "Ich war ein guter Freund von Pfarrer Edmund Erlemann. Ich habe schon als kleines Kind in Waldhausen gespielt", sagt der Jazzmusiker.

Der Pfarrer war eng verbunden mit der Kapelle und hat dort seine letzte Ruhestätte gefunden. Er wollte einen Ort schaffen, "für die kleinen Leute, damit diese groß werden können". Das leistet der Treffpunkt am Kapellchen (TaK), der von den Schwestern der Steyler Missionarinnen betreut wird. "Es ist ein Ort, wo Menschen nicht nur praktische Hilfe erfahren, sondern auch auf spirituelle Weise Unterstützung erhalten", sagt die Leiterin, Schwester Luzia Schmucki. Auch das Bistum Aachen will helfen. Trotzdem ist die Kapelle auf die Unterstützung der Gladbacher angewiesen.

(eba)