Mettmann: Großer Zulauf an den Ganztagsschulen

Mettmann : Großer Zulauf an den Ganztagsschulen

Die Stadt hat aber kein Geld für Anbauten. Die Katholische Grundschule fragt bei Kita St. Lambertus nach.

Die Offene Ganztagsschule (Ogata) in Mettmann boomt. Besonders an der Ogata, die in der Grundschule am Neandertal untergebracht ist, wird es eng. Die Neanderhöhle, die 2007 eröffnet wurde, erlebte in den vergangenen Jahren einen rasanten Zulauf. Sie nimmt Kinder der Katholischen Grundschule und der Grundschule am Neandertal auf. 2007 besuchten 80 Kinder die Ogata. Heute sind es 180. Aufgrund der erheblichen Nachfrage wurden 2012/2013 zwei neue Gruppen mit insgesamt 50 Plätzen geschaffen. Die sechste Gruppe wurde in den Räumen des Stadtsportverbandes untergebracht, die achte Gruppe kam in der ehemaligen Bücherei der Schule unter. Träger der Einrichtung ist der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM).

CDU fragte jetzt im Schulausschuss nach, was die Verwaltung tun könne, um zusätzlichen Bedarf aufzufangen. Hintergrund ist auch: Die Schüler der Katholischen Grundschule müssen täglich von der Neanderstraße zur Gruitener Straße gehen, um dort die Ogata zu besuchen. "Das klappt hervorragend", sagte Fachdezernentin Astrid Hinterthür. Neu- oder Anbauten, so Marion Buschmann von der Schulverwaltung, könnten aufgrund der Haushaltssituation nicht realisiert werden. Nach einem Ratsbeschluss dürfen Ogatas nur in Schulräumen eingerichtet werden. Es gebe aber Gespräche zwischen der Katholischen Schule und der Pfarrei St. Lambertus, mit dem Ziel, in der alten Kita St. Lambertus zusätzliche Ogataplätze einzurichten. Diese Plätze müsse allerdings der Träger oder die Kirche bezahlen.

Astrid Hinterthür sieht die Situation nicht so dramatisch: 30 Plätze werden im nächsten Jahr an der Ogata frei, da 13 Kinder von der Katholische Grundschule und 17 die Grundschule am Neandertal verlassen. Auch an der Astrid-Lindgren-Schule in Metzkausen hat sich die Anzahl der Ogata-Kinder seit 2007 von 31 auf aktuell 115 erhöht. Es wurde eine halbe Gruppe mit 15 Plätzen eingerichtet. Sie ist in einem Klassenraum untergebracht. Die Mensa soll vom 1. Obergeschoss in den zweiten Multifunktionsraum im Erdgeschoss verlagert werden, um mehr Platz zu bekommen. Die Stadt investiert dafür 18000 Euro. Der Umzug ist für die Sommerferien geplant.

Ein weiterer Punkt in der Sitzung war die Frage, ob Kinder die Ogata bereits vor 16 Uhr verlassen können, um Sport- oder Musikschulkurse zu besuchen. Das sei nicht möglich, so Hinterthür, da ansonsten der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Ogatas in Zweifel gezogen werde. "Es geht nicht nur um Betreuung, sondern auch um gemeinsames Lernen und kreatives Spielen."

Ute Stöcker (CDU) regte an, für diejenigen Kinder, die nur die Mittagsbetreuung an den Schulen in Anspruch nehmen, eine kleine Mahlzeit anzubieten. "Wir können keine weiteren Mensen bauen, aber wir versuchen mit den Schulen und Fördervereinen zu reden, dass die einen kleinen Snack oder Obst anbieten", sagte Hinterthür.

(RP)